Jugendstelle Kaufbeuren

Kirchenbau-Wettbewerb im Computerspiel Minecraft

22.05.2020 10:15

Die Corona-Zeit bringt viel Gewohntes zum Stillstand oder auf völlig neue Wege. Auch für die Katholische Jugendstelle Kaufbeuren gilt dies. Die Mitarbeiter/- innen und Ehrenamtlichen dort haben jetzt passend zu den Pfingsttagen ein ganz neues Projekt gestartet hat: Jugendliche und junge Erwachsene von 9-26 Jahren werden eingeladen, mit dem Computerspiel „Minecraft“ Kirche online zu bauen.„Wir gehen damit einen Schritt in eine Lebenswelt der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinein, in der wir bisher als Kirche nicht oder kaum präsent waren“, begründet die Leiterin der Jugendstelle, Sr. M. Daniela Martin die Entscheidung für dieses Pilot-Projekt.

Kirche online bauen: Jugendliche sind mit dem Computerspiel "Minecraft" dazu eingeladen. (Bildmaterial: Jugendstelle Kaufbeuren)

Unterstützung bekommen die Initiatoren vom künftigen Bischof Dr. Bertram Meier, der als Schirmherr fungiert. „Schon Jesus hatte den Beruf des Zimmermanns und in jedem von uns steckt ein Architekt, ein Baumeister“, schreibt er den Jugendlichen in seinem Grußwort. Er wertet es als „großes Hoffnungszeichen“, dass die Jugendlichen gemeinsam an der Kirche ihrer Träume bauen. Im Computerspiel bauen die Jugendlichen mit zumeist würfelförmigen Blöcken in einer 3-D-Welt, können so ihre Vorstellungen verwirklichen und setzen sich damit auseinander, was Kirche für sie bedeutet und was für sie beim Thema Kirche wichtig ist. Dabei werden sie vom Team der Administratoren begleitet, sowohl inhaltlich, als auch pädagogisch.

„Wir wissen um die Gefahren des Spiels“, stellt Jugendreferent Christian Lieb klar, „deswegen haben wir ein sehr durchdachtes Schutzkonzept erarbeitet, das den Jugendlichen präventiv Verhaltensweisen an die Hand gibt, dass sie sich schützen können.“ Außerdem ist für die Teilnahme ein größeres Anmeldeprozedere notwendig  und direkte Chatfunktionen im Spiel sind ausgeschaltet. So sorgt die Kath. Jugendstelle auch auf dem gemeinsamen Server für größtmögliche Sicherheit und setzt Maßstäbe, die sonst in der Szene unüblich sind. Wer dennoch Bedenken hat, kann am Wettbewerb genauso gut im „Singleplayer“ teilnehmen.

Der Wettbewerb ist in zwei Kategorien gestaltet: In der Kategorie „Erfahren“ können die Jugendlichen eine Kirche nachbauen, die ihnen gut gefällt, wie zum Beispiel die eigene Pfarrkirche. Neue Kirchenbauten schaffen können die Teilnehmenden in der Kategorie „Entwerfen“. In beiden Bereichen müssen sie einen Text einreichen, mit dem sie die Jury von ihrer Kirche überzeugen wollen. Die Jury begleitet die Jugendlichen nicht während des Baus, sondern bewertet die entstandenen Werke im Anschluss unabhängig. Sie setzt sich aus Kirchenvertretern sowie aus einem Architekten, einem Minecraft-Experten und einer Vertreterin des BDKJs  zusammen. Die Gewinnsumme, die die Jugendlichen als Preis bekommen, wird jeweils verdoppelt und fließt in ein soziales oder kirchliches Projekt, welches die Jugendlichen selbst auswählen können. Durch ihren online-Kirchenbau tragen sie dadurch auch zum Aufbau der Kirche „offline“ bei.

Die Initiatoren freuen sich bereits über erste Erfolge: Schon nach wenigen Tagen haben sich über 100 Jugendliche in 57 Bauplätzen registriert. „Wir sind überwältigt, dass sich schon so viele angemeldet haben“, berichtet Fabian Heiserer, Werksstudent der Kath. Jugendstelle. „Sie knüpfen dabei Kontakte mit Jugendlichen weit über die Bistumsgrenzen hinaus, zum Beispiel nach München, Gütersloh und Reutte.“ 

Noch bis zum Pfingstmontag, 1. Juni, haben die Jugendlichen Zeit, ihre Bauwerke einzureichen. Die Preisverleihung findet voraussichtlich in einem Livestream am 14. Juni um 20.00 Uhr auf dem „YouTube-Kanal“ der Kath. Jugendstelle Kaufbeuren statt. Bischof Bertram Meier freut sich bereits darauf, die Sieger zu ehren.