Bischöfliches Ordinariat

"Lebendige Visitenkarten" für den Glauben

21.12.2021 17:00

In zwei Adventsgottesdiensten hat Bischof Bertram den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordinariats für ihre Arbeit im zu Ende gehenden Jahr gedankt und gleichzeitig eine Vision kirchlichen Wirkens entworfen. Die Kirche sei kein profitorientiertes Unternehmen; stattdessen müssten die Seelsorge und die Empfänglichkeit für Gottes Wort stete Leitmaximen ihrer Arbeit sein.

Bischof Bertram feierte gemeinsam mit den Mitarbeiter/-innen des Ordinariats zwei Adventsmessen im Hohen Dom und in der Ulrichsbasilika (Motivfoto: Julian Schmidt / pba)

„Kirche wird oft wahrgenommen als seelenloser Apparat, doch ich sehe sie anders: als Werkzeug lebendiger Seelsorge“, betonte Bischof Bertram in seiner Predigt. Der Advent als Zeit des Wachens und Wartens auf die Ankunft des Herren hebe dabei den kirchlichen Auftrag besonders hervor. Gerade dieses Wachen erfordere dabei auch eine besondere Beweglichkeit, Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit, durch die sich kirchliches Wirken auszeichnen müsse.

Beweglichkeit sei dabei nicht nur im körperlichen Sinne zu verstehen; sie spiele auch eine Rolle für das geistliche Leben und das pastorale Wirken des bischöflichen Ordinariats: „Wer geistlich fit sein will, muss innerlich mobil und flexibel sein“. Der Advent sei dabei eine Chance für die Beweglichkeit; „eine Chance, vom Schlaf aufzustehen“ und „pastoral innovativ“ den Hunger der Menschen nach Spiritualität zu stillen. Besonders müssten dabei diejenigen in den Blick genommen werden, die am Rande stehen oder deren Biografien Brüche aufweisen.

„Eine Aufmunterung, ein verständnisvolles Wort, eine wohlwollende Korrektur“ oder ein offenes Ohr und ein Gebet: All dies seien Dinge, mit welchen man sich gegenseitig in seelischer Not beistehen könne. Die Kirche, auch das Ordinariat seien ein „Werkzeug lebendiger Seelsorge“ und kein profitorientiertes Unternehmen. Stattdessen sei sie eine „Dienstgemeinschaft“, deren Kernauftrag im Dienst an Gott und den Menschen stehen müsse, betonte der Bischof: „Für mich steht die Seelsorge ganz oben. Sie hat absolute Vorfahrt.“ Dies gelte auch in einer Kirchenwelt, die „extrem hektisch und stressig geworden sei“ und auch in Augsburg einem Betrieb gleiche, der auf Hochtouren läuft. Gerade dann aber dürfe Gott im Alltags- und Arbeitsstress nicht untergehen, wenn die Kirche ihrem Auftrag authentisch nachgehen wolle.

„Wer bei der Kirche beschäftigt ist, dem muss man es anmerken“, so der Bischof, denn es gehe um die Glaubwürdigkeit der Kirche. Um einem bloßen Fassadenchristentum entgegenzuwirken, müssten nicht nur schöne Worte gesprochen werden, sondern darauf auch Taten folgen. Wenn all dies zusammenkomme – geistige Beweglichkeit, Aufmerksamkeit für andere und ein authentischer Glaube – dann seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche „lebendige Visitenkarten“ für den christlichen Glauben.