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Mesnerverband

Mehr als 500 Teilnehmer beim Diözesantag der Mesner: „Da darf einem wirklich das Herz aufgehen“

Mehr als 500 Mesnerinnen und Mesner füllten die Kirchenbänke der Mindelheimer Stadtpfarrkirche. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
Mehr als 500 Mesnerinnen und Mesner füllten die Kirchenbänke der Mindelheimer Stadtpfarrkirche. (Foto: Nicolas Schnall / pba)
21.11.2018

Mindelheim (pba). Mehr als 500 Mesnerinnen und Mesner aus sämtlichen Dekanaten des Bistums sind heute erneut nach Mindelheim zum Diözesantag der Mesner gekommen. Der Tag begann mit einem Festgottesdienst, den Bischof Dr. Konrad Zdarsa in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche St. Stephan feierte und von Orgel, Trompete sowie der Männerschola des Mesnerverbandes musikalisch gestaltet wurde. Dekan Andreas Straub begrüßte neben dem Hauptzelebranten den Präses des diözesanen Mesnerverbandes Generalvikar Harald Heinrich, ein Dutzend weitere Priester und die große Gemeinschaft der Mesnerinnen und Mesner.

„Wir spüren ein starkes Miteinander, da darf einem wirklich das Herz aufgehen“, stellte der Stadtpfarrer fest. Der Bischof betonte, dass er sich gefreut habe am Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem der heutigen Messfeier vorstehen zu dürfen und es als wunderbare Fügung betrachte, dass der Diözesanmesnertag mit diesem Marienfest zusammenfalle.  

In seiner Festpredigt bezeichnete Bischof Konrad den Dienst der Mesnerinnen und Mesner als einen „marianischen Dienst“, der schon lange vor dem Gottesdienst, also vor der Verkündigung der Frohen Botschaft und der Feier des Opfers Christi, getan werde. „Sie bereiten den Raum vor, in dem die Menschen in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus gelangen sollen.“ Nichts anderes habe Maria mit ihrem Ja auf die Botschaft des Engels hin getan, so der Bischof. „Darum vergessen Sie bei ihrem Dienst nicht diese ewige Dimension.“ Bischof Konrad würdigte den Mesnerdienst, der segensreich zur Vermittlung des Heils der Menschen beitragen könne, wenn das Haus Gottes fürsorglich und umsichtig für die Ankunft des Herrn in seinem Wort und Sakrament bereitet würde. Er bedankte sich bei allen Mesnerinnen und Mesnern für ihren Dienst und ermutigte sie, am Haus Gottes auch weiterhin mitzubauen: „Mögen Sie gestärkt sein in ihrem zutiefst marianischen Dienst.“

Im Anschluss an den Gottesdienst zog die große Schar der Mesnerinnen und Mesner in das Mindelheimer Forum, wo sie vom Diözesanleiter des Mesnerverbands Klaus Probst begrüßt wurden. „Es ist gut, dass Sie hier sind, um Gemeinschaft zu pflegen. Es ist gut, dass Sie durch ihr Kommen ihre Treue und Wertschätzung unter Beweis stellen und diejenigen stärken, die derzeit Verantwortung tragen“, bedankte sich der Diözesanleiter bei den haupt- und ehrenamtlichen Mesnerinnen und Mesnern im Saal. Probst wünschte allen, dass dieser Tag ihnen Kraft und Freude gebe.

Nach dem Mittagessen hielt Generalvikar Heinrich einen geistlichen Vortrag zum Jahresthema des Mesnerverbands „Im Heute glauben – wo Gott ist, da ist Zukunft“. Der Generalvikar lud seine Zuhörer dabei zu einem Perspektivwechsel sein. „Wer stehen bleibt bei einem Bild von Gott, das im Wesentlichen in der unveränderlichen Vergangenheit ruht, für den sei eine Einladung wie „im Heute glauben“ ein anstrengender Appell. Damit wolle er keineswegs die Glaubenserfahrungen und Glaubenspraxis der Vergangenheit kleinreden. Darin seien wir Gott sei Dank alle tief verwurzelt, so der Generalvikar. „Doch ist das Gestern mit seinem Reichtum und dem jetzt bedauernden ‚nicht mehr’ wirklich die Perspektive Gottes?“ Müssten wir ihn nicht wieder ganz neu suchen, rief er seine Zuhörer zu. Die entscheidenden Koordinaten hierfür lieferten das Alte und Neue Testament als eine Sammlung des immer wieder auf uns zu kommenden Gottes.  

Der Generalvikar forderte die Mesnerinnen und Mesner dazu auf, sich Gott nicht als „Besitzstandswahrer“ und „Hüter“, nicht als „Oberlehrer“ oder „Erzieher“ vorzustellen, sondern als einen „Reiseleiter, der voller Begeisterung die Schönheiten eines unbekannten Landes herzeigt“. Zudem empfahl er ihnen nicht „mit Plan und Landkarte“, sondern einfach so in den Tag zu gehen. „Nicht weil wir Gott finden müssen, sondern weil wir ihn für einfallsreich und mächtig genug halten, dass er uns findet.“ Gerade in diesen Tagen zwischen Sankt Martin und Weihnachten hören wir mit Vorliebe Geschichten, in denen Gott im Alltag auf Menschen zukomme. Gott im Heute zu erwarten, sei nie nur Privatsache, Sache meiner persönlichen Frömmigkeit und Deutung. „Als getaufte Christen sind wir immer Teil einer Gemeinschaft, Glieder am Leib Christi, Glieder seiner Kirche“, betonte der Generalvikar. Im Mittelpunkt des kirchlichen Handelns müssten deshalb neben allen wichtigen strukturellen Rahmenbedingungen, die in der Diözese geschaffen werden, jede und jeder einzelne Gläubige stehen. Es braucht eine Glaubensreform, „die erfahren lässt, dass der Glaube das Leben der Menschen bereichert“, appellierte der Generalvikar für eine Pastoral der neuen Evangelisierung: „Es braucht den missionarischen Schwung, der nur aus der Freude des Evangeliums kommen kann. Das ist an der Zeit“.