Dommusik

Generationenwechsel: Stefan Steinemann wird ab 2020 Nachfolger von Domkapellmeister Reinhard Kammler

Bischof Konrad ermöglicht Generationenwechsel in der Dommusik: Stefan Steinemann (Mitte) wird ab 2020 Nachfolger von Domkapellmeister Reinhard Kammler. (Foto Nicolas Schnall / pba)
03.05.2019 15:34

Augsburg (pba). In der Dommusik steht ein Generationenwechsel bevor: Domkapellmeister Reinhard Kammler (64) wird zum 31. Dezember 2019 in den Ruhestand gehen und seinen Dirigierstab in jüngere Hände legen. Nachfolger des langjährigen Domkapellmeisters wird ab 1. Januar 2020 der Augsburger Stefan Steinemann (26), der bereits im März zum stellvertretenden Domkapellmeister ernannt wurde.

Nach langjähriger Tätigkeit als Leiter der Domsingknaben und Domorganist wurde Kammler 1995 zum Domkapellmeister ernannt. Bischof Dr. Konrad Zdarsa würdigt das jahrzehntelange Wirken des Domkapellmeisters im Dienst der Kirchenmusik und der Liturgie am Hohen Dom: „Reinhard Kammler hat eine kirchenmusikalische Ära geprägt. Einen Großteil seines Lebens hat er sich unermüdlich für den musikalischen Lobpreis zur höheren Ehre Gottes eingesetzt. Dafür möchte ich mich bei ihm ganz herzlich bedanken, besonders für die regelmäßige Gestaltung der Gottesdienste im Dom, die von Palestrina über Mozart bis zu Tambling eine große musikgeschichtliche Bandbreite abbildet.“ Sein Name werde immer mit der Dommusik und den Augsburger Domsingknaben verbunden sein, so Bischof Konrad. „Der Aufbau des weit über die Bistumsgrenzen hinaus bekannten Knabenchores ist sein Lebenswerk.“

Gleichzeitig freut sich der Bischof sehr, dass ein junger Musiker mit großer Perspektive als Nachfolger des amtierenden Domkapellmeisters gewonnen werden konnte. Stefan Steinemann habe als Domsingknabe seit seiner Kindheit im Haus Ambrosius und in der Kathedrale früh eine kirchenmusikalische Heimat gefunden. „Deshalb bin ich gerne dem Wunsch von Domkapellmeister Kammler nachgekommen und habe ihn zu dessen Nachfolger ernannt“, betont Bischof Konrad. Darüber hinaus habe er sich in den vergangenen Jahren seines Studiums das notwendige Rüstzeug erworben, um ab dem kommenden Jahr die Stelle des Domkapellmeisters in guter Kontinuität und mit eigenen Akzenten auszufüllen und zu prägen. „Für seinen verantwortungsvollen Dienst am Hohen Dom wünsche ich ihm schon jetzt viel Kraft und Gottes Segen.“   

Stefan Steinemann wird ab 2020 neuer Domkapellmeister. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Stefan Steinemann, geboren im Jahr 1992, begann seine musikalische Laufbahn bereits im Alter von fünf Jahren bei den Augsburger Domsingknaben. Dort erhielt er auch seinen ersten Instrumentalunterricht an Klavier und Orgel. An der Hochschule für Musik und Theater in München studierte Steinemann katholischen Kirchenmusik, Gesang und Chordirigieren. Von 2016 bis 2018 studierte er zudem an der Schola Cantorum in Basel im Master-Studiengang Advanced Vocal Ensemble Studies (AVES). Im Rahmen seiner Konzerttätigkeit im In- und Ausland beschäftigt sich Stefan Steinemann vor allem mit Werken barocker Meister, aber auch mit Musik der Renaissance und des Mittelalters. Neben seiner solistischen Tätigkeit ist er Teil verschiedener Ensembles. Seit 2012 arbeitet Steinemann zudem als Assistent des Domkapellmeisters.

Reinhard Kammler übernahm bereits während seiner Studienzeit in München die Verantwortung für die 1976 neugegründeten Augsburger Domsingknaben. Der Knabenchor, der im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, kann auf eine bis ins 15. Jahrhundert zurückreichende Tradition verweisen. Über seine Verpflichtungen für die Dommusik hinaus konzertiert Kammler mit den Augsburger Domsingknaben im In- und Ausland und arbeitet mit Konzertagenturen, renommierten Musikfestivals und CD-Labels, dem Bayerischen Rundfunk, verschiedenen Opernhäusern, Orchestern und Dirigenten wie Sir Colin Davis, Kent Nagano, Mariss Jansons, Daniel Harding und Valery Gergiev zusammen. Mit bekannten Labels verbindet ihn eine jahrzehntelange erfolgreiche künstlerische Zusammenarbeit. Für seine Verdienste um den Aufbau der Augsburger Domsingknaben und um die Pflege der musica sacra erhielt er mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Päpstlichen Silvesterorden und das Bundesverdienstkreuz.