Ökumene

Ökumenischer Kirchentag im Donau-Ries

13.05.2019 10:49

Donauwörth (KNA / pm). Die katholische und evangelische Kirche planen für nächstes Jahr einen "Ökumenischen Kirchentag Donau-Ries". Er soll vom 15. bis 17. Mai 2020 in Donauwörth stattfinden. Beteiligt sind die katholischen Dekanate Nördlingen und Donauwörth, ihre evangelischen Pendants sowie das evangelische Dekanat Oettingen.

Die Steuerungsgruppe des regionalen Ökumenischen Kirchentags 2020 im Donau-Ries. (Foto: Steuerungsgruppe)

Das Fest stehe unter dem Bibelwort "Ihr seid das Salz der Erde" und werde an verschiedenen Orten in der Innenstadt Donauwörths ausgerichtet, gaben die Veranstalter bei einem Pressegespräch am Freitag bekannt. Bischofsvikar Prälat Dr. Bertram Meier sagte, es gehe darum, dass Christen ihren Glauben zusammen feierten und bezeugten. "Christen unterschiedlicher Konfession haben gemeinsam etwas zu sagen, und sie haben im ökumenischen Schulterschluss etwas beizutragen zur politischen und gesellschaftlichen Gestaltung", so Meier. "Wenn Christen gemeinsam ihre Stimme erheben, wenn sie miteinander auftreten, dann ist ihr Zeugnis glaubwürdig - nicht durch Lautstärke oder die Masse der Menschen, sondern weil im Denken und Reden, im Beten und Feiern deutlich wird, wie Christen quer durch die Konfessionen miteinander ihre Verantwortung für die Welt wahrnehmen."

Einen Wermutstropfen wolle er nicht verschweigen, fügte Meier hinzu. Der Ökumenische Kirchentag sei eine Etappe, nicht das endgültige Ziel auf dem gemeinsamen Weg der Kirchen. "So wird und darf es auch die Klage geben über das, was wir in unseren Kirchen noch nicht gemeinsam können: das Mahl am Tisch des Herrn feiern. Wir empfinden das Leiden daran ja deshalb so stark und tief, weil wir sonst schon so nah beisammen sind." Der Kirchentag sei eine Chance, "die papiernen Theologenstreitigkeiten hintanzustellen und Impulse für das gemeinsame ökumenische Zeugnis zu setzen".

In einer Situation, in der christlicher Glaube nicht mehr selbstverständlich sei, komme dem Umgang der Kirchen miteinander eine besondere Bedeutung für ihre Glaubwürdigkeit zu, betonte Meier. Der evangelisch-lutherische Dekan aus Donauwörth, Johannes Heidecker, ergänzte, dass im Miteinander als Christen das Gemeinsame mehr Gewicht habe als alle Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Kirche.

Auch der katholische Donauwörther Dekan Robert Neuner gab seiner Freude über den Kirchentag in Donauwörth Ausdruck und betonte das gute ökumenische Miteinander. „Die Zeit ist reif für einen 2. Ökumenischen Kirchentag!“, so Neuner. Bereits im Jahr 2000 fand ein solcher im Donau-Ries statt. Er wies dabei auf das vielfältige Engagement von Christen im Landkreis hin. Bei Menschen, die sich ehrenamtlich in Vereinen, Gremien, Elternbeiräten, bei Feuerwehr oder im Katastrophenschutz einbringen, werde sehr schnell deutlich, von welchen Werten sie sich leiten ließen. Er sieht in diesem vielfältigen Engagement das Motto des Kirchentages „Ihr seid das Salz der Erde!“ verwirklicht.

Dankbar wiesen die Organisatoren auf die großzügige Kooperation durch die Stadt hin, die bereits im Vorfeld wichtige und vielfältige Dienste leistet. Unterstützt wird der Kirchentag auch von der Außenstelle des Bischöflichen Seelsorgeamts der Diözese Augsburg, dessen Dienststellen ebenfalls in Vorbereitung und Programm eingebunden sind.

Als besondere Highlights des Kirchentags werden neben einem „Markt der Möglichkeiten“, auf dem sich kirchliche Verbände und Gruppen präsentieren können, verschieden gestaltete Gottesdienste, Konzerte, Kabarett, Vorträge und Podien angeboten. Jugendliche, Paare, Familien und Senioren finden eigens auf sie zugeschnittene Angebote. Den Veranstaltern zufolge solle der Kirchentag vor allem als Ort verstanden werden, der Begegnungen ermögliche: Begegnung zwischen den Konfessionen, zwischen den Generationen, Begegnung zwischen Christen und Menschen, die nur wenig Zugang zum Glauben haben.

Zum Kirchentag 2020 gibt es eine Homepage, die bereits jetzt unter https://kirchentag-don.de/ abzurufen ist. Diese wird in den kommenden Monaten inhaltlich kontinuierlich wachsen. Interessierte, die an der Vorbereitung und am Kirchentag selbst mitwirken möchten, können sich mit Ideen und Aktionen über die Homepage oder die beteiligten Dekanate an das Organisationsteam wenden, so die Veranstalter.