Nachruf

Ruhestandspfarrer P. Johannes Öttl CPPS verstorben

26.05.2021 19:33

Der Ruhestandsgeistliche und Pater der Missionare vom Kostbaren Blut Johannes Öttl ist am Montag, 24. Mai, im Alter von 90 Jahren verstorben. Er wurde am 13. Januar 1931 in Hechendorf geboren und am 13. Juli 1958 in Salzburg zum Priester geweiht. Bischof Bertram spricht von dem Verstorbenen als jemand, der stets „fest im Glauben an Gott“ geruht habe.

+ P. Johannes Öttl CPPS (1931-2021) (Foto: Missionare vom Kostbaren Blut)

„Johannes Öttl war sich seiner Berufung in den Priester- und Ordensstand von Jugend an bewusst, nachdem er die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs erlebt hatte. Trotz einer chronischen Krankheit, an der er seit dem 14. Lebensjahr litt, hielt er an seinem Wunsch fest, im Weinberg des Herrn zu arbeiten. Bei Benediktinern und im diözesanen Priesterseminar aufgrund seiner Behinderung zunächst abgelehnt, versuchte er es ‚auf eigene Faust‘, bis ihn sein Weg zu den Missionaren vom Kostbaren Blut führte, die bis heute im Kloster Baumgärtle wirken und die Wallfahrt betreuen. P. Öttl war zäh in seinem Willen und ruhte fest im Glauben an Gott, wobei er um Maria als seine treue Begleiterin und Stütze wusste. Durch alle Höhen und Tiefen, die er durchlitt, orientierte er sich an der Muttergottes, die ihn stets in die Nähe des Herrn führte“, würdigt Bischof Bertram den Verstorbenen.

Johannes Öttl wuchs in Bichl bei Benediktbeuren auf, wo sein Vater in einem Sägewerk arbeitete. Geprägt von der einschneidenden Erfahrung des Zweiten Weltkriegs entschloss er sich, die geistliche Laufbahn einzuschlagen. Aufgrund einer Hüftgelenks-Arthritis, die ihn schon seit jungen Jahren begleitete, wurde er allerdings zunächst wiederholt sowohl von verschiedenen Klöstern als auch dem damaligen Priesterseminar in Dillingen abgewiesen. Unbeirrt studierte er auf eigene Faust Philosophie in Augsburg weiter und fand schließlich 1953 Aufnahme bei den Missionaren vom Kostbaren Blut in Salzburg, wo er im selben Jahr sein Theologiestudium begann.

Nach seinem Noviziat im liechtensteinischen Schellenberg wurde Johannes Öttl 1958 in Salzburg zum Priester geweiht und war zunächst als Krankenhausseelsorger im westfälischen Teigte tätig, bevor er 1963 als Kaplan in Traunstein in die Pfarrseelsorge einstieg. Von 1972 an war er 16 Jahre lang Pfarrer in Hegnenbach und Zusamzell, wo er unter anderem für den Neubau der dortigen Kirche verantwortlich zeichnete. 1988 wechselte er schließlich auf die Pfarreien Frechenrieden und Eutenhausen mit der Wallfahrtskirche Mussenhausen, die er bis zu seiner Emeritierung 1995 versah. Auch im Ruhestand blieb P. Johannes als Seelsorger aktiv und wirkte als Aushilfsgeistlicher in der PG Oberes Zusamtal, wo er bis zuletzt im Obergessertshauser Pfarrhof wohnte. Zudem kam er auch oft in den nahegelegenen Wallfahrtsort Maria Vesperbild, um dort Gottesdienste zu feiern und die Beichte abzunehmen.

Am Freitag, 28. Mai, wird in der Wallfahrtskirche Maria Baumgärtle das Totengebet für P. Johannes gebetet. Dort wird auch das Requiem für ihn am Samstag, 29.5. um 10 Uhr gefeiert. Die Beisetzung findet anschließend auf dem Friedhof in Bedernau statt.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.