Vatikan

Papst Franziskus beendet Gebetsmarathon vor dem Bild der Knotenlöserin – Bischof Bertram ist dabei

27.05.2021 11:10

Augsburg (pba). Der Gebetsmarathon in diesem Mai für ein Ende der Corona-Pandemie hat in den Vatikanischen Gärten ein stimmungsvolles Ende gefunden: Im Schatten des Petersdoms betete Papst Franziskus den Rosenkranz vor dem Bildnis der Gottesmutter Maria als Knotenlöserin, dessen Original in St. Peter am Perlach in Augsburg hängt.

Am Ende der Feier krönte der Papst das Gnadenbild mit einer eigens geschaffenen Krone, die Bischof Bertram mit nach Augsburg nehmen wird. Hier, beim Originalbild der Knotenlöserin in St. Peter am Perlach, soll sie ihre Heimat finden. Die wertvolle Originalkopie, vor der Papst Franziskus in Rom betete, bekam der Heilige Vater vom Bischof geschenkt. Wegen technischer Probleme bei der Anreise hatte Bischof Bertram die Prozession zum Auftakt der Zeremonie noch nicht anführen können.

Papst Franziskus bringt dem Bild der Knotenlöserin seit vielen Jahren eine starke Wertschätzung entgegen. Bereits als Erzbischof von Buenos Aires hatte er die Verehrung der Knotenlöserin in Argentinien verbreitet. Das Gemälde zeigt die Madonna, die die Knoten eines weißen Bandes löst, welches von zwei Engeln gehalten wird. Biblische Szenen, die symbolisch auf Bilder der Hoffnung, der Barmherzigkeit und des Sieges über das Böse verweisen, umrahmen das zentrale Motiv.

Die gekrönte Knotenlöserin (Fotos: Vatican News)

Eröffnet hatte der Papst den Monat des Gebetes um ein Ende der Pandemie mit einem Gebet im Petersdom. Danach war der "Gebetsmarathon" an dreißig Marienwallfahrtsorten auf der ganzen Welt fortgesetzt worden.

Papst Franziskus vertraute der Jungfrau Maria fünf Gebetsanliegen an, fünf "Knoten", die gelöst werden müssen, um die Hoffnung der Menschen zu nähren. Der erste Knoten zum Lösen ist der der verwundeten Beziehungen, Einsamkeit und Gleichgültigkeit, die sich in dieser Zeit verstärkt haben. Der zweite Knoten ist der Arbeitslosigkeit gewidmet. Der dritte Knoten nimmt die Dramen der Gewalt in den Blick, insbesondere die Gewaltakte, die durch die Unsicherheit der Krise erzeugt wurden und die in der Häuslichkeit gegen Frauen verübt wurden oder sich in sozialen Spannungen entluden. Der vierte Knoten bezieht sich auf den menschlichen Fortschritt, der dank der wissenschaftlichen Forschung insbesondere den Schwächsten und Ärmsten zugutekommen soll. Der fünfte zu lösende Knoten ist der der Seelsorge, die Bitte um Begeisterung und neue Impulse im gesamten pastoralen Leben, gerade nach dem Ende der Pandemie.

Bischof Bertram mit Papst Franziskus in Rom

Für Bischof Bertram war dieser Abschluss des Gebetsmonats ein besonderer Höhepunkt für alle Menschen im Bistum Augsburg: „Ich freue mich sehr, dass der Heilige Vater das Bild der Knotenlöserin für den letzten Rosenkranz im Gebetsmarathon um ein Ende der Pandemie ausgewählt hat. Vor drei Wochen wurde an mich in hohem Auftrag vom Vatikan die Bitte herangetragen, das Bild der Knotenlöserin für den Abschluss des Marienmonats in den Vatikanischen Gärten zur Verfügung zu stellen. Es war eine große Ehre für mich, dabei zu sein, aber gleichzeitig auch ein Geschenk für alle Gläubigen in unserer Diözese – nicht zuletzt als Einladung, auf die Kraft des Gebetes zu setzen. Ich hoffe, dass ganz viele Menschen mitgebetet und damit die große Gemeinschaft aller Gläubigen weltweit spürbar gemacht haben. Gerade den letzten pastoralen Knoten für einen Neuaufbruch im kirchlichen Leben möchte ich mir besonders im Hinblick auf die junge Generation zu Herzen nehmen.“