Ulrichswoche

Bischof Konrad zum Ulrichsfest: „Im göttlichen Heilsplan hat jeder etwas zu tun“

04.07.2019 13:27

Augsburg (pba). Für Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat sich heute früh in der Basilika St. Ulrich und Afra ein Kreis geschlossen: von seinem ersten Jahr als Bischof von Görlitz bis heute, zu seinem letzten Tag als amtierender Bischof von Augsburg. Damals schon, vor zwölf Jahren, habe er dem Leiter des Seelsorgeamts in Görlitz denselben Psalmvers als erstes pastorales Leitwort seiner Amtszeit mitgegeben, der sich nun auch als Motto der diesjährigen Ulrichswoche finde: „Ich will hören, was Gott redet“ (Ps 86,9). „Insofern schließt sich für mich heute ein Kreis“, richtete sich Bischof Konrad deshalb während seiner Predigt zum Hochfest des heiligen Ulrich an die zahlreichen Gläubigen.

Das heutige Pontifkalamt zum Ulrichsfest war die letzte Amtshandlung von Bischof Konrad als amtierender Bischof von Augsburg (Foto: Nicolas Schnall / pba).

Wie der Bischof betonte, sei die Verheißung dieses Psalmworts in Jesus Christus zur Erfüllung gekommen: In dem, „der derselbe ist gestern und heute und in Ewigkeit.“ Bereits an die Väter Israels sei diese Verheißung als Gebot ergangen, den Herrn mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft zu lieben. Dieses Gebot müsse schließlich im Tun der Liebe münden. Und dann sei auch der Unterschied zwischen unserem alltäglichen Zeugnis und dem eines Heiligen wie Ulrich aufgehoben. „Im göttlichen Heilsplan hat jeder etwas zu tun“, unterstrich der Bischof vielmehr. „Ob es viel ist oder wenig, es geschieht nur durch ihn. Und wenn er es nicht tut, bleibt es in Ewigkeit ungetan.“ Wir seien also nicht nur für das verantwortlich, was durch uns geschieht, sondern für alles, was durch uns nicht geschieht, so Bischof Konrad unter Bezug auf den heiligen Papst Paul VI.

Dies werde uns auch am leuchtenden Vorbild des heiligen Ulrich vor Augen gestellt. Sein Leben sei nicht vom Aktivismus beseelt gewesen, sondern von einer Maxime, die er schon in sehr jungen Jahren bei den Benediktinern kennengelernt und unzweifelhaft beherzigt hatte: „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden. Darum richtete sich sein Eifer vor allem auch auf die Pflege einer geordneten Liturgie.“ Aus dem Lob Gottes habe er Kraft für seine seelsorgliche Arbeit im Bistum und im Reich geschöpft. Geld und Besitz hätten ihm nicht zur persönlichen Bereicherung, sondern zum Dienst am Nächsten gedient. Bischof Konrad: „Das tat er aus der tiefen Überzeugung, dass er im Armen die Gegenwart Christi ganz real erfahren durfte.“