Geistliches Wort zur Fastenzeit

Prälat Meier betont Berufung aller Getauften

29.02.2020 18:00

Augsburg (pba). In einem Geistlichen Wort zur Fastenzeit, das am diesem Sonntag bei den Gottesdiensten im Bistum verlesen wird, hebt Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier die Berufung aller Getauften zur Verkündigung der Frohen Botschaft hervor. Es gebe ja kein Monopol für diesen Auftrag Jesu. „Wir alle sind dazu ermächtigt“, betont Prälat Meier in seinem Schreiben diese besondere Verantwortung.

Die verschiedenen Wege und Weisen, das Evangelium anzubieten und weiterzutragen, erforderten daher Achtung und Respekt voreinander und vor dem Reichtum der verschiedenen Initiativen. „Ich sehe darin eine pastorale Querschnittsaufgabe“, ermutigt er zum Miteinander.

Für den ernannten Bischof von Augsburg werde der gemeinsame Weg in Zukunft noch intensiver und verbindlicher sein, richtet er sich optimistisch gestimmt an die Gläubigen im Bistum. „Ich freue mich auf die Jahre, die uns geschenkt werden, um Leben und Glauben miteinander zu teilen. Wie unterschiedlich wir auch sind, das Anliegen, das Evangelium unter die Leute zu bringen, soll uns zusammenschweißen“, wünscht sich Prälat Meier.

Als ein wichtiges Vehikel dafür bezeichnet der ernannte Bischof die beeindruckenden Kirchen und Kapellen im Bistum. Als „stumme Zeugen des Glaubens, wie er seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergetragen wird“, ließen sie die Welt zwar nicht gleich zu einem himmlischen Ort werden, aber sie hielten die Erinnerung wach an die Nähe Gottes. „Unsere Kirchen mahnen uns: Dieser Ort ist heiliger Boden, der Raum, wo Christus in seinem Wort und in der Eucharistie, im Tabernakel, gegenwärtig ist.“ Und gleichzeitig hätten Gotteshäuser eine missionarische Bedeutung für Fernstehende. Für Prälat Meier haben sie jedenfalls eine klare Botschaft: „Hier in der Kirche triffst Du auf Menschen, die von Gott angerührt sind, in deren Gemeinschaft Du dem lebendigen Gott begegnen kannst.“

Und dennoch hebt er hervor, dass es zwischen Gott und Kirche einen Unterschied gebe. Unzweifelhaft ist für ihn, dass Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden unbedingt notwendig sei, da keiner für sich allein lebe und glaube. „Auf keinen Fall will ich die Kirche mit ihrem Schatz an Erfahrungen, dem Reichtum ihrer Begabungen und der Vielfalt der Wege zu Gott – vor allem der Heiligen wegen – missen.“ Aber die Kirche sei eben nicht das Ziel, sie sei nicht Gott, so der Diözesanadministrator. „Ihre DNA besteht darin, dass sie ganz und gar von Gottes Treue gehalten wird – auch wenn sie aus Menschen besteht und daher oft allzu menschliche Züge aufweist.“ Kirche komme für ihn trotz aller menschlicher Fehler und Schwächen die Aufgabe zu, die Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen, Gott und Menschheit zu vereinen. Daher plädiert Prälat Meier dafür, nicht die Kirche, sondern Christus ins Zentrum des Glaubens zu rücken.

Damit dies auch in der Fastenzeit gelingt, empfiehlt der künftige Bischof für die kommenden Wochen neben Bibelgesprächen und Predigtreihen, Exerzitien im Alltag, Besinnungstagen und Glaubenskursen den Empfang der Sakramente, besonders der Buße und der Eucharistie. Dabei dürfe allerdings nicht die Fixierung auf die Liturgie im Mittelpunkt stehen. „Der Alltag ist der Testfall der Eucharistie“, betonte er. Auch die eucharistische Anbetung, die vielerorts neu entdeckt werde, bekomme nur dann Sinn und Fundament, wenn sie sich als Grundhaltung entfaltet in der glaubwürdigen Liebe zum Nächsten, der gelebten Caritas.