Seelsorge in besonderen Lebenslagen

Psychologische Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen stellen Gesamttätigkeitsbericht 2015 vor

02.06.2016 17:02

Augsburg (pba). Die Psychologischen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen (EFL) im Bistum Augsburg haben ihren Gesamttätigkeitsbericht für das Jahr 2015 vorgelegt. Darin spiegelt sich das Engagement der 25 EFL-Beratungsstellen wider. Allein im vergangenen Jahr waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 27.457 Stunden für 6.554 ratsuchende Menschen da. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs um 6,9 Prozent bei den beratenen Personen sowie um 6,2 Prozent bei den geleisteten Beratungsstunden.

„Es ist uns im vergangenen Jahr gelungen, dem gestiegenen Beratungsbedarf zu entsprechen und damit unsere  Beratungskapazität zu erhöhen sowie zugleich die Kooperations- und Vernetzungsarbeiten inner- und außerkirchlich wahrzunehmen“, betont Diözesanfachreferentin Helga Kramer-Niederhauser, Leiterin der Abteilung „Seelsorge in besonderen Lebenslagen“ im Bischöflichen Seelsorgeamt. Ein Grund dafür war, dass zum Jahresbeginn 2015 für 46 Berater/-innen, die bisher auf Honorarbasis tätig waren, insgesamt 20,1 Vollzeitstellen geschaffen wurden.

Der Schwerpunkt der Beratungsangebote lag auch im letzten Jahr in der psychologisch-therapeutischen Einzel-, Paar- und Familienberatung: „Viele Menschen kommen zu uns mit deutlichen Auswirkungen von Überforderung und chronischer Belastung. Das wirkt sich dann mittelfristig auch auf die Qualität von Ehen und Partnerschaften aus“, so Kramer-Niederhauser. Die EFL leiste damit einen wertvollen Beitrag in der Beratung von Müttern und Vätern bei der Bewältigung von Krisen und Konflikten, bei Trennung und Scheidung sowie bei Fragen der Partnerschaft. „Annähernd jede sechste Paarberatung findet für Paare statt, die keine Kinder haben oder deren Kinder volljährig sind.“ Das sei ein  Alleinstellungsmerkmal der EFL, da diese Paare sonst keine institutionelle Beratung in Anspruch nehmen könnten.

Neben speziellen Angeboten in den Justizvollzugsanstalten in Landsberg und Kaisheim gab es im vergangenen Jahr bei einigen EFL-Stellen thematische Gruppen zu Fragen von Trennung und Scheidung, zur psychischen Stabilisierung sowie Männergruppen. Zudem bieten seit dem vergangenen Jahr die EFL-Beraterinnen Onlineberatung auf dem Bayernportal unter www.bayern.onlineberatung-efl.de an.

Aktuell geht die Umstellung von Honorarkräften hin zu Festangestellten in die zweite Phase. Für alle 40 Beraterinnen und Berater, die ab Anfang 2016 noch auf Honorarbasis tätig waren, werden ab Juni insgesamt 5,5 Vollzeitstellen geschaffen. Die EFL in der Diözese Augsburg hat damit bei ihren bistumsweit 25 Beratungsstellen 36,3 Vollzeitstellen für insgesamt 97 Personen, davon 11 in Leitungsverantwortung und 86 Beraterinnen und Berater. Für die sieben Hauptstellen Augsburg, Donauwörth, Kempten, Lindau, Neu-Ulm, Schrobenhausen und Weilheim gibt es zudem 5,8 Planstellen für die Sekretariate, die von insgesamt 10 Verwaltungsangestellten besetzt sind.