Pfingstkollekte

21.05.2015 11:30

Augsburg (pba).Unter dem Thema „An die Ränder gehen“ wirbt das Hilfswerk Renovabis in seiner diesjährigen Pfingstaktion um Solidarität mit Menschen am Rande der Gesellschaft in Mittel, Ost- und Südosteuropa: Obdachlose oder Menschen mit Behinderungen, alte Menschen in Not, arme Familien oder ausgegrenzte Minderheiten. Die katholischen Bischöfe in Deutschland rufen dazu am kommenden Pfingstsonntag zur gemeinsamen Renovabis-Pfingstkollekte auf. In ihrem Hirtenwort schreiben sie: „Papst Franziskus hat die Kirche aufgefordert, aus sich selbst heraus und an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Das Renovabis-Leitwort ‚An die Ränder gehen! Solidarisch mit ausgegrenzten Menschen im Osten Europas‘ nimmt diesen Appell auf. Zusammen mit der Kirche vor Ort will Renovabis Menschen am Rande zur Seite stehen, ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und eine Stimme geben.“

Pfarrer Dr. Ulrich Lindl und Anton Stegmair, Referent in der Abteilung "Weltkirche", hießen Bischof Szyrokoradiuk aus der Ostukraine herzlich willkommen (v.links). Foto: pba/Maria Steber

Wie diese konkrete Hilfe vor Ort aussehen kann, hat Bischof Stanislav Szyrokoradiuk, Caritas-Präsident der Diözese Charkiv-Saporoshe in der Ostukraine, kürzlich Gläubigen, Schülern und Interessierten in der Diözese Augsburg näher gebracht. Im Rahmen der Renovabis-Aktion war er im Bistum Augsburg zu Gast und sprach über konkrete Hilfsprojekte in seiner Diözese. Vor allem Kriegsflüchtlinge aus den umkämpften Gebieten Donezk und Luhansk würden derzeit Hilfe in seiner Diözese suchen. „Viele Flüchtlinge kommen direkt zu mir oder in die Kirche, sie suchen eine Wohnung und brauchen Unterstützung“, schilderte der Bischof. Mit den Geldern, die er von Renovabis aus Spenden und Kollekten zur Verfügung gestellt bekommen habe, sei ein Sozialzentrum neben der Kirche gebaut worden. Dort würden Menschen, die sich in Notlagen befänden, eine Anlaufstelle finden. Über achtzig Menschen würden dort täglich mit einer Mahlzeit versorgt werden, so der Bischof weiter. „Die katholische Kirche ist zwar eine Minderheit in der Ukraine, aber die soziale Hilfe der Kirche und Caritas ist riesig. Als im Herbst viele Menschen keine Winterschuhe hatten, konnten wir über 400 Paar Schuhe an Kinder verteilen.“ Verteilt auf die ganze Ukraine würden in über 20 Waisenhäusern der Caritas darüber hinaus viele Kinder eine Heimat finden.

Der Nächstenliebe schreibt Bischof Szyrokoradiuk dabei eine besondere missionarische Kraft zu: „Durch das solidarische Wirken der Kirche hätten schon viele Menschen neu zur Kirche gefunden, „wir haben hier viele Neubekehrte. Die Nächstenliebe hat eine anziehende Wirkung“, betonte der Bischof. Beeindruckt zeigte er sich auch von der großen christlichen Solidarität gegenüber seinem Land: „Ihre Unterstützung bedeutet Hilfe zur Hilfe“, bedankte sich der Caritaspräsident für alle solidarische und materielle Unterstützung.

Diesen Gedanken griff auch Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, Leiter der „Hauptabteilung III - Kirchliches Leben“ im Bistum Augsburg auf und bedankte sich für den Besuch des Bischofs: „Wir fragen uns oft, wie wir konkret helfen können und stellen dabei fest, dass alleine nur Geld zu geben, nicht ausreicht. Es ist schön, dass uns Bischof Szyrokoradiuk mit seinem Besuch zeigt, wie aus unserer Hilfe wiederum konkrete Hilfe vor Ort werden kann“.

Für die Solidaritätsaktion Renovabis kamen im vergangenen Jahr im Bistum Augsburg 773.229 Euro an Kollekten und Spenden zusammen.

Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Im März 1993 wurde Renovabis von der Deutschen Bischofskonferenz auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gegründet. Renovabis unterstützt seine Partner bei der pastoralen, sozialen und gesellschaftlichen Erneuerung der ehemals kommunistischen Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas. In den vergangenen 20 Jahren half Renovabis in 29 Staaten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa bei der Verwirklichung von rund 19.500 Projekten mit einem Gesamtvolumen von gut 580 Millionen Euro.