Berufe der Kirche

Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger weiht sechs Männer zu Diakonen

SIe stehen als Weihekandidaten kurz vor dem ständigen Diakonat (v.l.n.r.): Bernhard Beigel, Bernd Skuras, Martin Lindner, Frank Schnarrenberger, Michael Gastl und Dr. Marc André Selig (Foto: Daniel Jäckl / pba)
30.09.2019 10:44

Augsburg (pba). Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger weiht am Samstag, 5. Oktober, im Hohen Dom zu Augsburg sechs Männer zu Ständigen Diakonen. In einem feierlichen Pontifikalgottesdienst um 9.30 Uhr werden Bernhard Beigel aus Starnberg, Adolf Michael Gastl aus Kühbach, Martin Linder aus Bad Wörishofen, Frank Schnarrenberger aus Wattenweiler, Dr. Marc André Selig aus Margertshausen und Bernd Skuras aus Peißenberg die Diakonenweihe empfangen. Künftig werden sie als Diakone mit Zivilberuf in der Pfarrpastoral tätig sein.

Nach der theologischen Qualifizierung durch „Theologie im Fernkurs“ haben die Weihekandidaten die vierjährige berufsbegleitende Ausbildung mit drei unterschiedlichen Praktika absolviert. Im Folgenden stellen wir die sechs Kandidaten in Kurzporträts vor:

Bernhard Beigel (57) stammt aus der Pfarrei St. Maria Hilfe der Christen in Starnberg. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und zwei Enkel. Von Beruf ist er Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt und Steuerberater. Zusammen mit seinem Bruder arbeitet er in einer „Steuerberater-Partnerschaftsgesellschaft“ in Starnberg, die bereits sein Vater gegründet hat. Schon in seiner Kindheit und Jugend war Bernhard Beigel lange Jahre als Ministrant und in der kirchlichen Jugendarbeit in seiner Heimatpfarrei in Starnberg aktiv. Die Überzeugung, dass alles im Leben in Gottes Hand liegt, war für ihn schon immer selbstverständlich. Besondere Faszination übte auf Bernhard Beigel schon immer die Feier der Kar- und Ostertage aus. Diakon zu werden gehörte dennoch lange nicht zu seiner Lebensplanung. Erst als ihn sein damaliger Pfarrer auf diese Möglichkeit hinwies, entschied er sich, diesen Weg mit Unterstützung seiner Frau einzuschlagen. „Ich habe es in all dieser Zeit nie bereut“, betont er. Als motivierend empfindet Bernhard Beigel die vielen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen, die positiven Rückmeldungen und die Faszination des tiefen Glaubens vieler Menschen. „Da ist einfach etwas Größeres: Jesus Christus - Weg, Wahrheit und Leben. Darum habe ich mich auf den Weg gemacht, folge seinem Ruf.“ Dankbar ist er vor allem seiner Ehefrau und Familie, die ihn in all der Zeit stets unterstützt hätten.

Michael Gastl (52) aus der Pfarrei St. Magnus in Kühbach ist verheiratet und hat zwei Töchter. Beruflich ist er als Kommissariatsleiter des Kriminaldauerdienstes der Kriminalpolizei Ingolstadt tätig. Seine Arbeit als Polizeibeamter bezeichnet er genau wie jene des Diakons als Berufung. Sein Glaubensweg sei dennoch nicht klar vorgezeichnet gewesen: „Nach meiner Jugendzeit sah ich unsere Kirche eher kritisch“, so Gastl. Nur das Glaubensvorbild seiner Schwiegereltern und Ehefrau hätten ihn damals den Kontakt zur Kirche und zu Gott halten lassen. Der Tod seiner beiden Zwillingstöchter hätte in ihm schließlich den Entschluss geweckt, sich über seinen Glauben und den Bezug zur Kirche Klarheit zu verschaffen. Im Haus St. Hildegard in Pfronten sei er schließlich auf das Angebot von Liturgie und Theologie im Fernkurs gestoßen. Die beiden Studien hätten ihm Türen zum Glauben geöffnet, die ihm bis dahin verschlossen schienen, beschreibt er. „Als ich im Aufbaukurs die Diakonie als Wesensvollzug der Kirche studierte, spürte ich, dass ich neben meiner Berufung als Staatsdiener auch Diener für Gott und meine Mitmenschen sein wollte“, sagt Gastl. Als Diakon möchte er vor allem ein starkes Glaubenszeugnis für Jesus Christus abgeben und damit Mitmenschen für die Sache Jesu begeistern.

Martin Linder (39) aus der Pfarrei St. Ulrich in Bad Wörishofen ist verheiratet und Vater von vier Kindern. In seiner Heimatpfarrei Bad Wörishofen war er schon in Kindheit und Jugend als Ministrant aktiv, später als Pfarrgemeinderat und im Seelsorgeteam sowie zusammen mit seiner Frau als Leiter der Ministrantengruppe. Beruflich war Martin Linder über zehn Jahre im Bereich der Elektrotechnik beschäftigt, bevor er spürte, dass ihm etwas Existentielles in seinem Leben fehlte: Er wollte den Glauben noch intensiver in sein Leben mit hineinnehmen. Nach dem Studium „Theologie im Fernkurs“, das seinen „inneren Durst verstärkte“, keimte in ihm der Wunsch, Beruf und Glaube zu verbinden und damit mehr über den Glauben und Jesus Christus zu erfahren. „Es wuchs der Gedanke in mir, dass Gott etwas mit mir und meinem Leben vorhat“, schildert Linder. Nach einem Studium der Religionspädagogik und seiner Ausbildung zum Gemeindereferenten war er in den Pfarreiengemeinschaften Nassenbeuren und Mindelheim als Gemeindereferent tätig. Seit fünf Jahren ist er als Systemleiter bei der Notfallseelsorge aktiv und wird dort zukünftig diözesanweite Aufgaben übernehmen. Die Berufung zum Diakon sei in all den Jahren immer weiter herangereift, beschreibt er. Als Diakon möchte Martin Linder vor allem aufmerksam sein für die Nöte der Menschen, für sie da sein und ihnen eine segensreiche Unterstützung sein.

Frank Schnarrenberger (52) aus der Pfarrei St. Peter und Paul Wattenweiler ist verheiratet und hat zwei Söhne. Beruflich ist er als Sachverständiger für ortsfeste Löschanlagen im Außendienst tätig. Aufgewachsen in einem nicht religiös geprägten Umfeld im Landkreis Neu-Ulm hatte Frank Schnarrenberger für Kirchliches zunächst nur wenig Interesse. Erst durch die Bekanntschaft seiner späteren Frau änderte sich dies: Nach einer katholischen Eheschließung und gemeinsamer Gottesdienstbesuche in ihrer damaligen unterfränkischen Wahlheimat im Großraum Schweinfurt konvertierte Frank Schnarrenberger durch die Erwachsenenfirmung von der evangelisch-lutherischen zur katholischen Kirche. Über die Jahre hinweg sei in ihm der Glaube immer stärker gewachsen: „Wenn ich mal nicht in den Gottesdienst gehen konnte, vermisste ich den gewohnten Messritus. Dieses Gefühl der vollkommenen inneren Ruhe und der tiefen Geborgenheit habe ich mein ganzes Leben lang nur so in den Heiligen Messen erlebt“, beschreibt er. Schon mit dem Ansinnen, als Diakon tätig zu sein, begann er das Fernstudium der Theologie und besuchte gleichzeitig die wöchentlichen Begleitkurse in Augsburg. Nach Beendigung des Grund- und Aufbaukurses bewarb er sich für die Ausbildung zum Ständigen Diakonat, wurde als Interessent und schließlich als Weihekandidat aufgenommen. In seiner Freizeit geht er gerne als Hobby-Jäger im Wald auf die Pirsch.

Dr. Marc André Selig (45) aus der Kuratie St. Georg in Margertshausen ist verheiratet und hat zwei Kinder. Von Beruf ist er Arzt. „Meine Aufgabe sah ich schon immer im Dienst am Nächsten“, erklärt er. Dies sei auch der Grund für seine Berufswahl gewesen. Als er glaubte, einen Ruf zum geistlichen Dienst wahrzunehmen, studierte er „Theologie im Fernkurs“ und absolvierte im Anschluss daran die vierjährige diözesane Ausbildung in Augsburg. Als Diakon möchte Dr. Selig in allen drei kirchlichen Grundvollzügen tätig werden: im Dienst der Liturgie, des Wortes und der Nächstenliebe. „Ich hoffe, dass mir dies mit Gottes Hilfe in Familie und Zivilberuf gelingen wird“, betont er. Außerdem freut er sich darauf, Aufgaben in der Pfarrei zu übernehmen.

Bernd Skuras (49) aus der Pfarrei St. Johannes Baptist in Peißenberg ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er stammt ursprünglich aus Geislingen an der Steige. Geprägt durch seine Eltern sei er dort ganz selbstverständlich im Glauben aufgewachsen: Nach der Kommunion wurde er Ministrant und engagierte sich bei der „Katholischen jungen Gemeinde“ (KjG). Nach fünfjähriger Tätigkeit als Zeitsoldat und einem abgeschlossenem Studium der  Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Volkswirtschaftslehre arbeitet er seit fast 20 Jahren bei einem Versicherungskonzern in München und wohnt in Peißenberg. Seine Beziehung zum Glauben beschreibt Bernd Skuras als wechselvoll: „Nachdem ich im Kindesalter sehr stark von der katholischen Volksfrömmigkeit geprägt war, begann ich im jungen Erwachsenenalter meinen Glauben sehr kritisch zu hinterfragen.“ In dieser Zeit der Distanz hätte sich dann jedoch eine „gewisse Sehnsucht nach Gott“ geregt, sagt Skuras. Nachdem er begonnen hatte, sich wieder verstärkt in der Pfarrei zu engagieren und mehr über den Glauben wissen wollte, studierte er „Theologie im Fernkurs“. Während des Studiums sei er von der Frage bewegt gewesen, wie die Frohe Botschaft, die hinter all der ganzen Theorie stecke, konkret zu den Menschen gebracht werden kann. Nach längerer Zeit des „In-sich-Hineinhörens“ und vielen Ermunterungen von Menschen aus seinem Umfeld bewarb er sich schließlich für den Diakonatskreis. Die Begegnung mit den Nöten der Menschen hätte ihn immer wieder vor die Frage gestellt, wie Christus hier handeln würde und was er tun könne. Dieses Dasein für den Nächsten bedeutet für Bernd Skuras eine unglaubliche Freiheit: „Ich lebe heute in der tiefen Überzeugung, dass das Wort des Apostels Paulus im Galaterbrief wahr ist: ‚Zur Freiheit hat uns Christus befreit!‘ Diese Freiheit ist etwas Schönes und ich hoffe, dass ich in meinem zukünftigen Dienst davon Zeugnis geben darf.“