Requiem für Helmut Mangold

"Sein Leben war wie ein Musikstück"

13.11.2021 23:30

Senden-Aufheim (pba). Unter großer Anteilnahme von Familie, Freunden und Wegbegleitern ist an diesem Samstag das Requiem für den am 3. November verstorbenen früheren Diözesanratsvorsitzenden Helmut Mangold gefeiert worden. In der Kirche von Senden-Aufheim webte Bischof Dr. Bertram Meier in seiner Predigt das Bild eines Mannes, dessen Leben "wie ein Musikstück" gewesen sei. Helmut Mangold war zeit seines Lebens der Kirchenmusik sehr verbunden gewesen, hatte in Gottesdiensten die Orgel gespielt, den Kirchenchor in Aufheim geleitet und schon vor 65 Jahren in Augsburg die Ulrichsbläser gegründet.

Helmut Mangold + (1938-2021), ehemaliger Diözesanratsvorsitzender (Foto: Pressestelle Bistum Augsburg)

"Musik ist nicht nur ein Gebilde, das der Physiker nüchtern nach dem Ablauf der Schwingungen misst", so Bischof Bertram in seiner poesiereichen Predigt. "Sie bewegt und verwandelt die Herzen, sie erfreut und stiftet Gemeinschaft, sie tröstet und verbindet – gerade dort, wo Worte versagen und für zu leicht befunden werden. Die Musik ist ein Bild für unser Leben."

Die drei wesentlichen Elemente der Musik - Melodie, Harmonie und Takt - seien bestimmend gewesen für Helmut Mangold - auch abseits der Notenblätter. Vielfältig und reich sei die Lebensmelodie des Verstorbenen gewesen, führte der Bischof aus. Die Harmonielehre, in der "erst das Miteinander, das Aufeinander-Hören und das harmonische Zusammenklingen der Töne den Wohlklang schaffen", nannte Bischof Bertram, um das Wirken Mangolds im Team zu würdigen - sei es im Diözesanrat, im Landeskomitee der Katholiken oder im Zentralkomitee der Katholiken gewesen. Und mit Blick auf die Chorleitertätigkeit des Verstorbenen sagte der Bischof: "Das harmonische Zusammenspiel funktioniert nur dann, wenn der Takt festgelegt ist, wenn ein Dirigent den Takt schlägt und die Einsätze gibt, wenn alle auf den Dirigenten schauen und sich von ihm leiten lassen. Auch wir Menschen können nur in Harmonie und Frieden leben, wenn wir auf Gott den Schöpfer schauen und ihn anerkennen. Eine christliche Gemeinschaft wird nur dann wachsen und reifen, wenn die Mitglieder wissen, wer Herr im Haus der Kirche ist: Jesus Christus, dessen Lebensmelodie darin bestand, dass er sich in eine Krippe und aufs Kreuz hat legen lassen. Dafür braucht es Dirigenten." Mangolds "ausgleichender Charakter" habe ihm dabei geholfen, "Disparates zusammenzuführen und Disharmonien aufzulösen."

Helmut Mangold ist 83 Jahre alt geworden. Mit 33 Jahren war er Vorsitzender des Pfarrgemeinderats der Pfarrei St. Johannes Baptist in Aufheim (Dekanat Neu-Ulm) geworden und blieb dies bis 2006, Mitglied des Pfarrgemeinderats bis 2014. Er gehörte dem höchsten Laiengremium der Diözese mehr als 35 Jahre an und war von 1994 bis 2014 dessen Vorsitzender. In den Jahren 2001 bis 2009 hatte er außerdem den Vorsitz des Landeskomitees der Katholiken in Bayern (Mitglied seit 1986) inne. Sein Heimatbistum vertrat er zudem im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (von 2002 bis 2018). Bis zum Eintritt in den Ruhestand war er als Diplomingenieur und Leiter einer Forschungsabteilung bei der Firma Daimler-Chrysler in Ulm tätig gewesen.

Seine Wurzeln hatte das am 7. Oktober 1938 in Augsburg geborene Urgestein des Laienkatholizismus in der Pfarrei St. Ulrich und Afra. Hier bei Ulrichsbasilika und den Gräbern der Bistumspatrone gründete der damalige Pfarrjugendführer 1956 zusammen mit Stadtpfarrer Harder und Jungen der Pfarrei den „Bläserkreis St. Ulrich“. Die Ulrichsbläser gibt es noch heute.

Für seinen Einsatz in Kirche und Gesellschaft wurde der Verstorbene mehrfach geehrt: mit der päpstlichen Auszeichnung „Pro Ecclesia et Pontifice“, der Franz-Eser-Medaille und der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber.