Caritassammlung

Spendenaktion für Menschen in Not

26.02.2021 10:05

Augsburg (pca). Rita M. (60) und ihr Ehemann Anton (64) führten ein bescheidenes Leben auf dem Land. Sie waren zufrieden. Er war einfacher Arbeiter, sie ist Putzfrau. Ihre Ansprüche waren nie hoch, sie können sich auch nicht daran erinnern, sich je etwas Besonderes gegönnt zu haben. Alles war dennoch für sie in Ordnung, bis Anton M. eine chronische Lungenerkrankung bekam. Er wurde verrentet. Die niedrige Rente fing seine Frau durch ihre Arbeit als Putzfrau ein Stück weit auf. Doch durch die Corona-Pandemie verlor sie einen Auftrag nach dem anderen. Dann gab ihr über zehn Jahre altes Auto endgültig den Geist auf. Sie brauchten aber ein Auto, damit Anton zum Arzt gebracht werden konnte. 

Die Sozialberatung der Caritas, finanziert allein aus Spenden der Caritassammlung und Kirchensteuermitteln, half dem Ehepaar. Sie stellte Anträge an offizielle Stellen. Bis alles geklärt sein wird, wird es Wochen dauern. Überbrückungshilfen sind nötig. Dank der Spenden aus der Caritassammlung konnten diese Hilfen diesem Ehepaar in Not ausgezahlt werden. Damit die Caritas auch künftig gezielt helfen kann, bittet sie am Sonntag, 28. Februar 2021, in den Kirchen und in der darauf folgenden Woche 1. bis 7. März 2021 die Spendenaktion der Caritas für Menschen in Not, die Caritassammlung, großzügig und tatkräftig zu unterstützen. Die Spendenaktion steht unter dem Motto „Ihre Spende hilft!“ und will darauf hinweisen, wie vielfältig einerseits die Arbeit der Caritas ist und auf welch vielfältige Weise die Caritas Menschen in Not beisteht und ihnen hilft. 

„Dieses Beispiel des älteren Ehepaars ist nur ein Beispiel, wie die Caritas im Bistum Augsburg auf allen ihren Aktionsebenen, den Pfarrgemeinden, den Caritasverbänden in den Städten und Landkreisen hilft und auf Bistumsebene hilft“, so Augsburgs Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg.  „Es sind unzählige viele kleine Hilfen, die wir dank der Spenden aus der Caritassammlung leisten können.“ Die Caritas erfülle als katholischer Wohlfahrtsverband keineswegs nur staatliche Aufgaben, die entsprechend zu einem großen Teil refinanziert werden. „Die Sozialberatung, die Tafeln, die Sozialkaufhäuser und all die damit verbundenen Kosten wie z.B. für den Zukauf von Lebensmitteln und auch die vielen kleinen Überbrückungshilfen bis zur Behebung der Notsituation müssen im Wesentlichen aus den Spenden insbesondere aus der Caritassammlung finanziert werden.“ Diese Hilfen seien nicht an Herkunft oder Religionszugehörigkeit gebunden. „Sie sind für jeden da, der in Not gerät, oft auch unverschuldet durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit oder auch schlichtweg dadurch, dass sich Paare trennen und auf einmal alles auf den Kopf gestellt ist.“  

Caritas-Geschäftsführer erläutern, wie sie dank der Caritassammlung helfen können

Harald Thomas, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis Lindau, berichtet z. B. von einer alleinerziehenden Frau (34) mit zwei Kindern im Alter von vier und acht Jahren. Ihr wurde die Wohnung gekündigt. Sie war überfordert mit dieser Situation.  Auf dem freien Wohnungsmarkt hatte sie keine Chance. „Wer nimmt schon eine Alleinerziehende mit Kindern, der die Hartz-IV-Leistungen gerade so ihr Existenzminimum sichern.“  Der Geschäftsführer der Caritas, der selbst auch diese Fälle in der Sozialberatung bearbeitet, half ihr, die nötigen Anträge zu stellen. „Es fehlte ihr aber  auch jeglichem finanziellen Rückhalt, um den täglichen Bedarf der Kinder in dieser Situation sicherzustellen. Da konnten wir der Mutter dank der Caritassammlung zusichern, dass wir diesen Bedarf sicherstellen können.“ 
„Dringend sind wir auf die Spenden der Caritassammlung angewiesen“, sagt auch Andreas Aigster, der Geschäftsführer des Caritasverbandes Memmingen-Unterallgäu e. V. . „Unsere Sozialberatung ist für viele die einzige Anlaufstation, die in ihrer Not hilft, ihnen Klarheit aber auch Hilfen verschafft. Wir weisen niemanden ab. Da geht Beratung und Begleitung zu Ärzten oder Behörden Hand in Hand mit vielen kleineren praktischen, auch finanziellen Hilfen, und so können wir eine umfängliche professionelle Hilfe gewährleisten.“  

Aigster verweist zudem auf die Kosten für die Mieten der Tafel- und der Lagerräume wie auch die Sozialkaufhäuser. Diese Einrichtungen böten unerlässliche Hilfen für die Ärmsten und Schwachen in der Gesellschaft. „Ohne die Mittel aus der Caritassammlung könnten wir diese Mieten nicht finanzieren“, betont er. 2020 wie auch in diesem Jahr kämen Corona-bedingte Sonderausgaben hinzu. Desinfektionsmittel, MNS-Masen wie auch FFP2-Masken für die Ehrenamtlichen in den Tafeln wie auch Sozialkaufhäusern und viele Klienten mussten finanziert werden. „Auch hierzu mussten wir auf die Spenden aus der Caritassammlung zurückgreifen. Diese Mittel fehlen uns nun allerdings an einer anderen Stelle.“ 

„Unabhängig, überkonfessionell, unkompliziert und gerade in der ersten dringendsten Not äußerst hilfreich“ – so beschreibt Mathias Abel die kirchliche Sozialberatung der Caritas. „Das ist unser Aushängeschild, das macht uns stark und das hilft den Menschen in Not am besten.“ Wenn die Spenden aus der Caritassammlung zurückgehen, schwäche das nicht nur die Arbeit der Caritas, „es schwächt dauerhaft jene Menschen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind“, betont Abel.

Zu diesen Menschen zählt Dr. Walter Semsch, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Augsburg e. V., jene, „die arm, krank und nicht mehr mobil sind“. Die Caritas bringt ihnen Lebensmittelpakete vorbei. Doch nicht nur das, „Wir halten so den Kontakt zu ihnen aufrecht. Leider müssen wir dabei oft feststellen, dass es sonst niemanden gibt, der sich um sie kümmert“. Dr. Semsch berichtet darüber hinaus, dass wegen der Corona-Krise „vermehrt“ Menschen zur Schulden- und Insolvenzberatung kommen, weil sie die Miete und bzw. oder die Strom- und Heizungskosten nicht mehr bezahlen können. „Das Geld reicht bei vielen nicht mehr aus,  um den Alltag bewältigen zu können.“ 

Auch auf Bistumsebene greifen die Spenden aus der Caritassammlung. Ob FFP-2-Masken für drogenabhängige Obdachlose, Einzelfallhilfen für Menschen in der Migrations- und Flüchtlingsberatung, die Beratungsleistungen der Suchtfachambulanzen und Sozialpsychiatrischen Dienste – all diese Hilfen und Angebote werden mit durch die Caritassammlung ermöglicht. 

Spenden für die Caritas helfen Menschen in Not

Diözesan-Caritasdirektor Dr. Magg (Aufruf zur Frühjahrssammlung) appelliert deshalb an die Bevölkerung, die Caritassammlungsaktion zu unterstützen. „Wer die Welt verbessern helfen will, wer Menschen in Not unterstützen will, der kann mit einer Spende einen guten und wichtigen Beitrag leisten.“ Dazu  könne man Geld in ein Kuvert geben und mit der entsprechenden Aufschrift „Caritassammlung“ in den Briefkasten der Pfarrbüros werfen oder die verteilten oder in den Kirchen auflegenden Spendentüten bzw. Spendenbriefe nutzen. Auch die Kirchenkollekte am Caritassonntag am 28. Februar 2021 sei eine gute Gelegenheit, Menschen in Not zu helfen und die Arbeit der Caritas zu unterstützen. „Die Hilfen der Caritas helfen, wie es uns unsere Klienten immer wieder bestätigen. Sie sind dankbar für diese Hilfen und sie sind dankbar für die Solidarität, die die Caritassammlungsaktion immer wieder entfaltet.“

HINWEIS: 
Auf dem YouTube-Kanal des Caritasverbands für die Diözese Augsburg finden Sie mehrere Erläuterungen und Beispiele verschiedener Geschäftsführer der Caritasverbände auf der Landkreisebene. Auch Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg erläutert, wie wichtig die Caritassammlung ist.