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Blühpakt-Allianz

Startschuss mit Bischof Bertram und Bayerischem Umweltminister

Leitershofen (pba). "SchöpfungsGarten – Lebensräume schaffen. Schöpfung bewahren." heißt das neue Blühpakt-Projekt, das vom Bayerischen Umweltministerium gemeinsam mit der Katholischen Kirche in Bayern ins Leben gerufen wurde. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat an diesem Montag gemeinsam mit Bischof Dr. Bertram Meier den offiziellen Startschuss im Exerzitienhaus St. Paulus in Leitershofen gegeben.

Bei einer Pflanzaktion im Exerzitienhaus in Leitershofen gaben Bischof Bertram und Bayerns Umweltminister, Thorsten Glauber, den Startschuss für das Projekt SchöpfungsGarten. (Fotos: Maria Rösch / pba)

Glauber betonte: "Der Freistaat und die Katholische Kirche übernehmen Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und unsere bayerische Heimat. Mit dem Grundstein für das Projekt 'SchöpfungsGarten' setzen wir ein Zeichen für nachhaltiges Handeln und gelebte Partnerschaft. Das Projekt soll viele Menschen inspirieren, Lebensräume neu entstehen zu lassen. Nur gemeinsam können wir den Insektenrückgang stoppen. 'SchöpfungsGarten' ist ein wichtiger Beitrag der Katholischen Kirche zum Artenschutz."

Bischof Dr. Bertram Meier freut sich sehr, stellvertretend für alle bayerischen Bischöfe, das Projekt SchöpfungsGarten im Rahmen dieser Pflanzaktion mit auf den Weg bringen zu dürfen. Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt unter allen Christinnen und Christen wachzuhalten und mutig dafür einzutreten, sei ihm persönlich ein großes Anliegen. „Die Bewahrung der Schöpfung hat zutiefst mit unserer menschheitlichen Sehnsucht nach dem Garten Eden, dem Paradies, zu tun“, wie es in der biblischen Erzählung im Buch Genesis ihren Niederschlag fand. Dort komme klar zum Ausdruck, dass die Schöpfung nicht unsere Herrschafts­domäne ist, sondern das Werk und Eigentum Gottes. Bischof Bertram: „Schöpfungsverantwortung darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sie muss sich in der Aktion konkretisieren: Deshalb beteiligen wir uns sehr gerne am Blühpakt Bayern, gerade hier im Exerzitienhaus St. Paulus, wo Menschen zusammenkommen, um sich auf ihr Woher und Wohin zu besinnen, Stille und Orientierung suchen und den Kompass ihres Herzens wieder auf Christus ausrichten wollen.“

Das Projekt lädt alle Akteure der Katholischen Kirche in Bayern dazu ein, Flächen so zu gestalten, dass heimische Pflanzen und Tiere – insbesondere Insekten – aktiv unterstützt werden. Ziel ist, dem Insektenrückgang entgegenzuwirken.

Genau dies soll auch ein neuer Schöpfungsgarten bewirken, für den Bischof Bertram und Umweltminister Glauber an diesem Montag den Spatenstich im Exerzitienhaus setzten. Das neue Projekt wird zukünftig das Wohl aller Geschöpfe im Blick haben, wies Bischof Bertram auf die gleichzeitig spirituelle wie ökologische Bedeutung des neuen Blühfelds hin: „Es entsteht neuer Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Vögel, aber auch ein Ort zum Aufatmen und zum Stillwerden der Seele.“ Der Schöpfungsgarten „möge große Strahlkraft in unser ganzes Bistum hinein entfalten“, lud er die Gläubigen zum Nachmachen ein.

Den eigenen Wirkungskreis im Blick zu haben und selbst aktiv zu werden, sieht auch Dr. Karl-Georg Michel, Umweltbeauftragter im Bistum Augsburg, als Ziel der Vereinbarung für Engagierte in den Pfarreien vor Ort: „Die Blühpakt-Allianz und vor allem das Projekt ‚SchöpfungsGarten‘ der bayerischen Diözesen ist eine Einladung zum Mitmachen: Wo gibt es in Pfarreien grüne Rasenflächen, die vielfältiger gestaltet werden können: rund um Kirchen und Pfarrheime, in Pfarrgärten und Kitas oder auch auf Friedhöfen?“ An solchen Orten könnten kleine Inseln für heimische Tier- und Pflanzenarten entstehen. „Blühbereiche, Sandarien für Insekten oder Staudenbeete“, nennt Michel als Beispiele. Konkrete Hilfestellungen und Tipps zur Umsetzung gibt es auf den Internetseiten des Fachbereichs „Kirche und Umwelt“.

Ein gelungenes Beispiel ist auch im Exerzitienhaus St. Paulus zu bestaunen: Bereits 2022 legte es auf einer 660 Quadratmeter großen Hanglage eine Blumenwiese mit heimischem Saatgut von einer Heidefläche bei Kleinaitingen (Lechfeld) an, die seitdem biodiversitätsfördernd gepflegt wird. Zudem gab das neue Projekt "SchöpfungsGarten" den Impuls für weitere insektenfreundliche Maßnahmen auf den Flächen des Exerzitienhauses. Durch eine Umstellung der Mahd konnten sich im laufenden Jahr Blühinseln innerhalb der bestehenden Rasenflächen im Garten des Exerzitienhauses entwickeln. Ergänzend erfolgte die Anlage von zwei neuen Staudenbeeten unter der Verwendung von heimischen Wildpflanzen, die Nahrung und Lebensraum für Insekten bieten.

Das Exerzitienhaus arbeitet bei dem Projekt mit der Augsburger Gärtnerei Hartmann zusammen. Der Betrieb gehört zu den aktuell 21 Pilotgärtnereien im Blühpakt-Projekt "Heimat.pflanzen – für Insekten" im Rahmen der Blühpakt-Allianz mit dem Bayerischen Gärtnerei-Verband. Die Zusammenarbeit unterstreicht das große Potenzial einer fortlaufenden Vernetzung unter den Allianzpartnern.

 

Blühpakt Bayern

Um den Artenschwund zu stoppen und die heimischen Insekten zu schützen, wurde 2018 der "Blühpakt Bayern" ins Leben gerufen. Dieser setzt sein Augenmerk auf ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Kommunen, Wirtschaft und Verbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern. Wichtigstes Instrument dafür sind Blühpakt-Allianzen. Diese werden mit Verbänden oder Interessensvertretungen geschlossen und führen auf der Fläche zu konkreten Maßnahmen.

 

Weitere Informationen unter www.bluehpakt.bayern.de

 

 

Bei einem Rundgang durch das Exerzitienhaus wurden die insektenfreundlichen Maßnahmen deutlich, die auf der großen Wiese rund um das Haus bereits ergriffen wurden.
Ein guter Garten will gepflegt werden: Bischof Bertram machte es bei der Pflanzaktion vor.
Der Direktor des Exerzitienhauses, Dr. Christian Hartl, hieß die Gäste von Kirche und Staat sowie die Medienvertreter im Haus herzlich willkommen.