Schule und Religionsunterricht

Verabschiedung von Bernhard Rößner

25.09.2020 21:02

Nach vielen Jahren im Schul- und Kirchendienst ist OStD i.K. Bernhard Rößner heute in den Ruhestand verabschiedet worden. Weihbischof Florian Wörner dankte dem ehemaligen Religionslehrer, der zehn Jahre lang die Abteilung für Schule und Religionsunterricht im Bischöflichen Ordinariat geleitet hatte, für sein „überaus fruchtbares Wirken“.

Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger bei der Predigt (Fotos: Julian Schmidt / pba)

Dem Festakt zur Verabschiedung im Haus Sankt Ulrich ging ein Gottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra vor, dem Weihbischof Florian Wörner als Leiter der Hauptabteilung V – Schule vorstand. Als Prediger war Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger eingeladen, der Rößner schon seit seiner Jugend an kennt: Als der spätere Weihbischof das Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen besuchte, war Bernhard Rößner ebendort als Religionslehrer tätig. Es habe ihn gefreut, als er Jahrzehnte später zum Bischofsvikar für Schule und Bildung ernannt wurde und Rößner zum Abteilungsleiter ernennen durfte. „Wenn es einen gibt, dem der Blick aufs Ganze nicht abhandenkommt, hätte ich auf Sie getippt“, sagte der Weihbischof.

Der Religionsunterricht sei nicht nur verfassungsrechtlich vorgeschrieben und abgesichert, sondern habe auch für die religiöse Bildung junger Menschen eine große Bedeutung – vor allem in einer Zeit, in der Glauben und religiöses Wissen immer seltener über das Elternhaus übermittelt werden. Rößner habe sich als großer Förderer von und Nachdenker über den Religionsunterricht bewiesen, sagte Weihbischof Losinger in seiner Predigt: „Vergeltsgott für diese Perspektive des Ganzen, die Sie sich und uns und der Schule immer wieder geschenkt haben!“

Weihbischof Florian Wörner bedankte sich bei Bernhard Rößner für die vergangenen zehn Jahre als Abteilungsleiter

Im anschließenden Festakt dankte Weihbischof Wörner dem ehemaligen Abteilungsleiter für die „intensive Zeit seines überaus fruchtbaren Wirkens“. Zuletzt sei er für rund 390 Religionslehrkräfte im kirchlichen Dienst verantwortlich gewesen, die der Abteilung für Schule und Religionsunterricht zugeordnet sind. Auch er als Hauptabteilungsleiter und „Schulbischof“ habe viel von ihm gelernt, sagte Weihbischof Wörner und sah „voller Dankbarkeit“ auf die Jahre der Zusammenarbeit mit Rößner zurück.

Die Brüder Gerhard und Jürgen Werlitz (v.l.) gaben Beatles-Songs zum Besten

Durch die weiteren Redebeiträge zog sich Rößners bekannte Vorliebe für die Musik der Beatles wie ein roter Faden. Der Alttestamentler und außerordentliche Professor an der Universität Augsburg, Prof. Dr. Jürgen Werlitz, griff gleich selber zur Gitarre und gab gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard Werlitz „Nowhere Man“ und „The Long and Winding Road“ von der berühmten Band zum Besten. Susanne Reif von der Regierung von Schwaben dankte Rößner für sein Verständnis und Wohlwollen. Die Nähe zwischen der Regierung und dem Bistum sei nicht nur räumlicher Natur, sondern äußere sich auch in einer gemeinsamen Zielsetzung. Es habe immer ein gutes Miteinander zwischen ihm und den staatlichen Behörden gegeben: „Stets mit Augenmaß, aber immer verortet in Ihren religiösen Überzeugungen.“

Nach Hans-Dieter Franke von der Bayerischen Schulreferentenkonferenz, der seine Laudatio in Gedichtform vorgetragen hatte, wies Prof. Dr. Georg Langenhorst auf den deutschlandweit hervorragenden Ruf der Augsburger Schulabteilung hin. Die enge Verbindung zwischen theologisch-didaktischer Forschung und dem Ordinariat sei keine Selbstverständlichkeit, sagte der Lehrstuhlinhaber für Didaktik und Religionspädagogik an der Universität Augsburg. Auch Kirchenrätin Birgit Sels, die im evangelisch-lutherischen Dekanat Augsburg das Schulreferat leitet, betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Verabschiedeten: „Sie war vertrauensvoll und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt.“

Bernhard Rößner mit einer Sonderausgabe des Heftes "Kontakt", die als Abschiedsgeschenk für ihn entstanden ist

Ein besonderes Abschiedsgeschenk hatten sich Rößners ehemalige Kolleginnen und Kollegen von der Schulabteilung ausgedacht: Sie hatten eigens für ihn eine Sonderausgabe des Abteilungsheftes „Kontakt“ entworfen, in der zahlreiche Expert/-innen verschiedene Songs der Beatles religionspädagogisch betrachten und analysieren. Der Erfolg von „Kontakt“, das als Druckerzeugnis einer regionalen Schulabteilung eine äußerst beachtliche Auflage von 2.800 Exemplaren habe, beruhe zu einem großen Teil auf der akribischen Mitarbeit Rößners, erklärten Dr. Joachim Sailer und Matthias Werner von der Schulabteilung.

Markus Moder und Dr. Kristina Roth leiten seit 1. September gemeinsam die Abteilung Schule und Religionsunterricht

Rößners Nachfolger in der Abteilungsleitung Dr. Kristina Roth und Markus Moder bedankten sich ebenfalls für seinen „wertschätzenden und kollegialen Umgang“. Er sei seiner Zeit oft voraus gewesen; so habe er sich schon früh die Einrichtung einer Fachstelle für schulische Inklusion eingesetzt, die in dieser Form nach wie vor nur im Bistum Augsburg existiere.

Rößner bedankte sich zum Abschluss bei allen Mitwirkenden am Festakt. Er sei lange und gerne Religionslehrer gewesen und habe auch die Schulabteilung gerne geleitet. Zuletzt gratulierte er seinen Nachfolgern Dr. Kristina Roth und Markus Moder und gab den Anwesenden noch einen letzten Gedanken mit auf den Weg: „Religionsunterricht muss so gestaltet sein, dass auch einer, der religiös unmusikalisch ist, sagt: Es ist gut, dass es das gibt. Argumente dafür gäbe es.“