Landvolkbewegung (KLB)

"Wallfahrt daheim" statt Flüeli - Bischof: Landvolk garantiert, dass der Glaube im Volk verwurzelt bleibt

03.08.2020 12:01

Altusried-Walkenberg (pdke). Verbunden mit einem Dank an die Verantwortlichen der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Augsburg stellte Bischof Dr. Bertram Meier am Freitagabend in Altusried vor der Walkenberger Bruder-Klaus-Kapelle fest: „Sie garantieren mit, dass der Glaube im Volk verwurzelt bleibt!“ Anstelle der traditionellen Fußwallfahrt nach Flüeli, die wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, hatte das KLB-Wallfahrtsteam um Bildungsreferentin Jutta Maier und Geschäftsführer Dieter Haschner eine „Wallfahrt daheim“ organisiert. In einem Pilgerheft fanden die 140 angemeldeten Pilgerinnen und Pilger Gebete, Lieder und Impulse. Zudem wurden an täglich wechselnden Orten Gottesdienste angeboten. Kurze geführte Pilgerwanderungen führten jeweils zu einem der Bruder-Klaus-Orte.

Die Pilger feierten mit Bischof Bertram vor der Walkenberger Bruder-Klaus-Kapelle einen Gottesdienst. (Fotos: KLB)

Auf Altusrieder Gebiet führte Mesner Siegfried Bösele, der die Flüeli-Wallfahrten seit vielen Jahren als Helfer begleitet, zwei Fußgruppen von der Wallfahrtskirche im Gschnaidt aus über den Weg „Langer Steig“ nach Walkenberg zur Bruder-Klaus-Kapelle. Nach rund einer Stunde erreichten die Pilger die Kapelle im Weiler Walkenberg in der Nähe von Frauenzell. Auf der Wiese vor dem von sieben Walkenberger Bauern 1951errichteten Kirchlein fanden sie mit zahlreichen weiteren Gläubigen Platz, um der feierlichen Andacht zu folgen. Unter ihnen waren auch der Altusrieder Pfarrer Markus Mattes, Leiter der Pfarreiengemeinschaft, Pater Jakob Mukalel und der Ruhestandsgeistliche Josef Hoch. Mesnerin Engelberta Würzer, die mit Carola Rösch die Kapelle für diesen Anlass geschmückt hatte, gab einen kurzen historischen Überblick über die aus Spendenmitteln gebaute Bruder-Klaus-Kapelle. Musikalisch umrahmt wurde sie von Alphornbläsern und einer Wallfahrer-Musikgruppe.

Bischof Dr. Bertram Meier ging in seiner Mut machenden Ansprache auf das Kreuz ein. Das Kreuz sei eine Brücke zwischen Himmel und Erde, es folge uns durch unser Leben. „Ohne Kreuz kommt die Kirche nicht aus und niemand kommt im Leben um es herum“, so der Bischof. Für ihn persönlich sei auch die Corona-Situation ein Kreuz, weil die wichtigen kirchlichen Feste nicht wie gewohnt gefeiert werden könnten. „Das Kreuz knüppelt uns nicht nur, es will uns aufrichten“, betonte Bischof Bertram weiter. Er erinnerte an seine Studienzeit in Rom, als er das Heimweh als sein persönliches Kreuz erfahren habe. Damals habe er beobachtet, wie eine Kletterpflanze des Spirituals am Kreuz emporgewachsen sei und das Licht gesucht habe, und ihm so Hoffnung gespendet habe. „Ich wünsche uns allen, dass wir wie diese Pflanze einen Kletterkurs am Kreuz machen“, schlug er den Bogen zur heutigen Zeit. Und weiter wandte er sich an die Anwesenden und das Landvolk: „Melden Sie sich an zum Kletterkurs des Kreuzes!“

Im Anschluss an die Andacht überreichten die Vorsitzenden der Katholischen Landvolkbewegung Rita Fischer und Albert Vögele dem Bischof nachträglich das Weihegeschenk der KLB, eine Geldspende für die beiden Hilfsfonds. Die Bewegung habe das Ohr an der Basis, richtete sich der Bischof an die beiden Vorsitzenden. Nicht jeder Same gehe auf, aber er wünschte sich, dass das Landvolk weiter als Säfrau und Sämann tätig bleibe, so Dr. Meier.

Niklaus von der Flüe (1417–1487) und seine Frau Dorothee sind die Patrone der Katholischen Landvolkbewegung. Seit mehr als 40 Jahren bietet die KLB jährliche Fußwallfahrten zu der Wirkungsstätte des 1947 heiliggesprochenen Schweizers an. Der geistliche Leitfaden für die im Jahr der Corona-Pandemie organisierten „Wallfahrt daheim“ entstammt dem Meditationstuch des Bruders Klaus, das die Form eines Rades aufweist. Ausgehend vom Rahmen des Tuches machten sich die Interessierten auf den Weg zur Mitte mit dem Christusbild, sechs Strahlen verbanden wie Brücken die Medaillons. Diese Medaillons prägten die Themen des Tages mit den Überschriften: „überbrücken – weil es ist wie es ist“, „ausgerichtet - auf Gott“, „Zugewandt – der Erde“, „empfänglich – für Ungeplantes“, „verwundbar – vom Leben“, „befreit – durch das Kreuz“, „beschenkt durch die Liebe“ und „gehalten – durch Christus“.