Impuls zum Hochfest der Auferstehung des Herrn
Ostern – das Fest des Lebens und der Freude
Seit Ostern wissen wir, dass unser Leben Sinn hat, dass es ein Ziel hat bei Gott. Seit Ostern wissen wir, dass unser Leben Erfüllung findet – in seinem Licht, in seiner Freude, in seinem Frieden. Das bedeutet für mein Leben ich bin geborgen in Gott, in seiner Liebe und in seiner Fürsorge.
Ostern, das ist der Beginn einer Bewegung, die jeden Einzelnen hinein nimmt in die unendliche Liebe Gottes – die ganze Menschheit. In der Tat, wenn Christus nicht auferstanden wäre, wäre Golgota die dunkelste Stunde der Menschheit. Tod und Teufel hätten gesiegt. Dann wäre wir ohne Sinn und Hoffnung.
„Tod, wo ist dein Sieg? – Tod, wo ist dein Stachel?“ – Der Apostel Paulus fragt so und er gibt die Antwort: „Verschlungen ist der Tod im Sieg, Dank sei Gott, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unserem Herrn.“
Von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der acht Tag nach Ostern 1945 hingerichtet wurde, stammt der Satz: „Wer an Ostern glaubt, der kann nicht verzweifeln“. Dieses Worte kann nur ein gläubiger Mensch sprechen, der vieles durchgemacht und durchlitten hat, der aber das Vertrauen auf Gott nie verloren hat. Und als er dann abgeholt wurde sagte er noch: „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens.“
An Ostern hören wir das Zeugnis der Maria Magdalena, es ist das Evangelium einer liebenden Frau. Als es noch dunkel war, ging sie zum Grab. Weinend, traurig. Es zieht sie zu ihrem geliebten Herrn hin. Dunkelheit herrschte über der Stadt Jerusalem – aber auch in ihrem Herzen ist es dunkel. Am Karfreitag war für Maria Magdalena eine Welt zusammengebrochen. Karfreitag – der absolute Nullpunkt. Die Trauer über den Tod des Herrn nagte an ihr. Die Sehnsucht trieb sie zum Grab.
So leben auch jetzt viele Menschen in Dunkel, in Resignation und Sorgen, wie es weitergehen wird. Sie können nicht an die Auferstehung des Herrn glauben und ihr Herz bleibt traurig. Was sie brauchen ist eine Berührung durch den Herrn selbst. Erst in der Begegnung mit dem Auferstandenen erfahren die Jünger das Unglaubliche, Jesus lebt, er ist nicht tot. Wie Maria Magdalena sollten auch wir unseren Blick und unser Herz auf Jesus richten, dann werden wir den auferstandenen Herrn mehr und mehr erkennen.
Wenn ich die tiefe Begegnung mit dem Auferstandenen erfahren darf, dann kommt auch zu mir der Osterfriede und die Osterfreude ins Herz, dann kann auch ich glauben und lieben. Ich werde selbst mehr und mehr in das Christus Sein mit hineingenommen und verwandelt. Es geht darum, dass Christus, der Auferstandene, hier an diesem Osterfest uns begegnen will, trotz aller widrigen Umstände in dieser Zeit. So wünsche ich Euch in diesem Sinne ein frohes, gnadenreiches Osterfest.