Diözesaner Glaubens- und Gebetstag

„Danken und Bitten, Feiern und Begegnung“

18.06.2022 18:37

Beim diözesanen Glaubens- und Gebetstag am Samstag in der Wieskirche kamen hunderte Gläubige aus dem ganzen Bistum und darüber hinaus zusammen, um in unsicheren Zeiten gemeinsam zu beten und einander zu begegnen. Bischof Bertram freute sich über den großen Zuspruch und hieß die Menschen willkommen in der „geistlichen Oase“ Wies. Die gemeinsame Zusammenkunft stand unter dem Leitgedanken „Auf – in Gottes Namen!“

Der Gebetstag stand unter dem Leitgedanken "Auf - In Gottes Namen!" (Fotos: Julian Schmidt / pba)

Der Gebetstag wurde von einem in der bekannten Wieskirche gefeierten Pontifikalamt eingeleitet, das live im Fernsehen von K-TV sowie im Hörfunk von Radio Horeb übertragen wurde. In seiner Predigt ging Bischof Bertram auf die Hintergründe ein, die ihn zu der Ausrufung des Gebetstages bewegt hatten: „Corona macht wenigstens eine Pause, dafür dürfen wir danken.“ Gleichzeitig riefen aber die Gräuel des russischen Überfalls auf die Ukraine sowie Klimawandel, Inflation und die Sorge vor einem möglicherweise besonders schwierigen Winter große Ängste bei den Menschen hervor: „Keiner weiß, wie es ausgeht.“

Die Wieskirche biete sich hierfür in besonderer Weise an. Bereits als Ministrant habe er jedes Jahr von seiner Heimatpfarrei Kaufering dorthin wallfahren dürfen; besonders der Anblick des Gnadenbilds des Gegeißelten Heilands habe bei ihm besonderen Eindruck hinterlassen: „Das Gnadenbild sagt uns: Der Hohepriester ist der Gegeißelte Heiland. Der König der Welt trägt eine Dornenkrone. Im Zentrum des hellen Festsaales, der von der Vielfalt des Lebens strotzt, steht der Schmerzensmann.“

Das Pontifikalamt wurde von zahlreichen Priestern aus dem Bistum mitgefeiert.

Wer zur Gemeinschaft Christi zählen wolle, dürfe also nicht nur vom Himmel träumen, sondern müsse die „Niederungen der Erde“ ernst nehmen, betonte Bischof Bertram: „Auf diese Weise wird die Kirche zu einer Art Monstranz Jesu Christi, der unser ganzes Menschsein geteilt hat.“ Viele Menschen verließen nach der inneren Auseinandersetzung mit dem Gegeißelten Heiland die Wieskirche anders, als sie hineingegangen waren. Bei manchen habe sie sogar ihre eigentliche Berufung entdeckt, sei es zum Priester- und Diakonentum, zum Ordensleben oder als Laien in den Familien oder der Kirche. Das Unterstützen der Berufungen sei auch etwas, was sein Wirken als Bischof besonders begleite: „Der eigentliche Schatz unserer Diözese sind Menschen, die den Spuren Jesu folgen wollen.“

Im Anschluss an den Festgottesdienst wurde für die zahlreichen Pilgerinnen und Pilger ein Mittagessen veranstaltet, an das sich ein buntes Programm an geistlichen Angeboten anschloss. Während in der Kirche Rosenkranz gebetet oder beim Lobpreis mitgesungen werden konnte, gab es außerhalb die Möglichkeit zum Beichten oder zur Führung durch das Wiesmuseum. Zudem waren vor der Kirche Infostände verschiedener kirchlicher Medien und Institutionen aufgebaut, bei denen sich die Teilnehmenden des Gebetstages informieren und miteinander ins Gespräch kommen konnten.

Infostände vor der Wieskirche.

Den Abschluss des Tages bildete eine Pontifikalvesper, die ebenfalls wieder in der Wieskirche gefeiert wurde. Dabei wurden zahlreiche Fürbitten zum Gegeißelten Heiland getragen, die die Gläubigen zuvor auf Zetteln geschrieben und gesammelt hatten. Auch die Vesper wurde – allerdings aus technischen Gründen zeitversetzt – von K-TV im Fernsehen übertragen.

Die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies in Steingaden, kurz Wieskirche genannt, gehört zu den meistbesuchten Kirchen der Welt. Sie geht auf eine seit 1739 bestehende Wallfahrt zum dortigen Gnadenbild zurück und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts von den berühmten Baumeisterbrüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann errichtet. Seit 1983 ist sie UNESCO-Weltkulturerbestätte.

In der Wieskirche stand am Samstag das gemeinsame Gebet im Vordergrund.
Lobpreisgesang in der Wieskirche.
Der Gottesdienst wurde simultan in Gebärdensprache übersetzt.