Finanzen

Diözese präsentiert Jahresabschlüsse 2019

23.07.2020 12:18

Augsburg (pba). Die Diözese Augsburg hat heute nach Beschlussfassung der zuständigen Organe ihren Jahresabschluss zum 31.12.2019 vorgelegt. Die wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Jahr habe sich positiv auf die Kirchensteuereinnahmen ausgewirkt, erklärte der Bischöfliche Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella. Zum ersten Mal ist den Zahlen auch ein 39-seitiger Lagebericht der Bischöflichen Finanzkammer beigelegt.

Mit einem Gesamtvolumen von 380 Mio. Euro seien die Kirchensteuereinnahmen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und machten im Abschluss 88,2 Prozent der diözesanen Gesamterträge aus. Damit seien die Zahlen grundsätzlich von der erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung im vergangenen Jahr geprägt, erklärte Finanzdirektor Quella: „Auf dieser Grundlage konnte das nachhaltige und breitgefächerte Wirken der Kirche von Augsburg in Gottesdienst, Verkündigung und Dienst am Nächsten gewährleistet werden.“ Die Bilanzsumme belief sich zum Stichtag 31.12.19 auf 788,1 Mio. Euro (2018: 745,1 Mio. Euro).

Gleichzeitig seien aber auch die Ausgaben in Form von Zuschüssen, Baulasten und Personalkosten deutlich angestiegen, sodass für das Jahr 2019 zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder ein Fehlbetrag von rund 35,6 Mio. Euro entstanden sei. Dieser resultiere jedoch aus zwei Sondereffekten: Zum einen sei durch eine Anpassung der diözesanen Bauzuschussformeln ein einmaliger Ausweiseffekt in der Bilanz in Höhe von 18,3 Mio. Euro entstanden, und zum anderen ergäben sich aufgrund des anhaltend niedrigeren Diskontierungszinssatzes weitere 24,7 Mio. Euro als erforderliche Zuführungen zu den Versorgungsverpflichtungen der Diözese. „Bereinigt um diese beiden Effekte wäre auch heuer das Betriebsergebnis positiv ausgefallen“, sagte der Finanzdirektor.

Der Diözesansteuerausschuss verabschiedete den Jahresabschluss bei seiner Tagung am 14. Juli (Foto: Daniel Jäckel / pba)

Die Aufwendungszahlungen und Gewährung von Zuschüssen an Kirchenstiftungen und andere kirchliche Einrichtungen machten wie schon im Vorjahr den größten Teil der Aufwendungen aus. Die 2019 ausgezahlten 227,9 Mio. Euro ermöglichten und förderten kirchliche Aktivitäten auf breiter Basis. Neben den Bau- und Instandhaltungskosten von mehr als 5.000 kirchlichen Immobilien wurden durch die Diözese somit Bildungsangebote und vielfältige soziale Arbeit kirchlicher Einrichtungen bezuschusst und ermöglicht. Größere Projekte waren im Berichtsjahr zum Beispiel die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Seniorenheims St. Afra mit 5,5 Mio. Euro oder das Übergangswohnheim für obdachlose Männer des Katholischen Verbands für Soziale Dienste Augsburg e.V. in der Stettiner Straße (5,2 Mio. Euro).

Ein weiterer wesentlicher Punkt in den Ausgaben waren die Personalkosten des Bistums. Der weiter voranschreitende Stellenausbau auf 3.041 diözesane Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2018: 2.996) und vor allem die Lohnsummenerhöhungen im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, an dem sich die Diözese weitestgehend orientiert, haben hier zu einer weiteren Steigerung der laufenden Kosten beigetragen. Inklusive der Bezuschussung von mehr als 9.000 Planstellen in den rund 1.000 Pfarreien des Bistums ergeben sich somit Personalkosten in Höhe von 248,5 Mio. Euro (2018: 228,4 Mio. Euro), von denen 180,9 Mio. Euro als Aufwendungen für die direkt bei der Diözese angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verrechnet wurden (2018: 148,6 Mio. Euro).

Der Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang wurde erstmals nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften erstellt und hat wie in den Vorjahren den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers erhalten. Auch die Abschlüsse des Bischöflichen Stuhls, des Domkapitels sowie des Katholischen Pfründestiftungsverbunds St. Ulrich haben solche uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erhalten.

Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls belief sich zum 31.12.2019 auf 644,4 Mio. Euro (2018: 628,4 Mio. Euro). Damit wird vor allem die Altersversorgung der aktiven und emeritierten Diözesanpriester gewährleistet. Die Bilanzsumme des Domkapitels belief sich auf 3,7 Mio. Euro (2018: 3,8 Mio. Euro). Der Katholische Pfründestiftungsverbund St. Ulrich (KPV) verbuchte einen deutlichen Anstieg in der Bilanzsumme auf 755,2 Mio. Euro (2018: 258 Mio. Euro). Dies ergab sich aus der Zulegung der Pfründestiftungen in den Dekanaten Aichach-Friedberg, Donauwörth, Günzburg, Kempten, Marktoberdorf, Nördlingen, Pfaffenhofen und Starnberg und der damit verbundenen Vermögenswerte zum KPV im Laufe des vergangenen Jahres. In den kommenden Jahren werden die Vermögen sämtlicher verbleibender Pfründestiftungen im Bistum im KPV aufgehen und dessen Aufbau damit abgeschlossen sein.

Ausführliche Informationen zu den Finanzen der Diözese Augsburg gibt es unter www.bistum-augsburg.de/finanzen.