Misereor-Fastenaktion

17.03.2015 17:19

Der Klimawandel verändert spürbar die Lebensbedingungen auf der Erde. In vielen Regionen nehmen Taifune und Stürme in ihrer Häufigkeit und Stärke immer mehr zu. Der Misereor-Sonntag, am kommenden 5. Fastensonntag, macht auf diese Problematik aufmerksam. Die Kollekte aus allen Gottesdiensten wird dann der Projektarbeit von Misereor zugutekommen. Im Rahmen der diesjährigen Misereor-Fastenaktion war Erzbischof Dr. Antonio Ledesma SJ von Cagayan de Oro auf Mindanao (Philippinen) zu Gast bei uns in der Diözese. Er gilt als Klimaexperte der philippinischen Bischofskonferenz. Maria Steber aus der Pressestelle des Bistums Augsburg (pba) hat mit ihm über die Situation der Menschen auf den Philippinen und die Folgen des Klimawandels gesprochen.

Erzbischof Dr. Antonio Ledesma SJ von Cagayan de Oro auf Mindanao (Philippinen): Er gilt als Klimaexperte der philippinischen Bischofskonferenz. (Foto: Maria Steber/pba)

Papst Franziskus hat vor wenigen Wochen die Philippinen besucht. Was ist Ihnen davon persönlich in Erinnerung geblieben?

Der Papstbesuch im Januar war vor allem gekennzeichnet vom herzlichen Empfang der Menschen. Die Botschaft des Papstes war eine von Barmherzigkeit und Mitleid für die Menschen auf den Philippinen. Sehr bewegend war sein Besuch in Tacloban, wo 2013 der Taifun Haiyan sein Unwesen getrieben hat. Papst Franziskus hat dort eine Messe mit den vom Taifun betroffenen Menschen gefeiert. Höhepunkt der Reise war sicher die Abschlussmesse in Manila mit sechs Millionen Gläubigen.

War beim Besuch des Papstes auch der Klimawandel ein Thema?

Ja, im Hintergrund war der Klimawandel wirklich ein Thema, nicht zuletzt durch den Besuch auf Tacloban. Außerdem wurde genau während der Reise bekannt, dass Papst Franziskus eine Enzyklika zum Thema „Umwelt“ veröffentlichen wird.

Der Klimawandel ist ein weltweites Problem und stellt vor allem ärmere Länder vor extreme Herausforderungen. Was bedeutet dies für die Menschen in ihrer Heimat?

Wir erleben sehr extreme Wetterbedingungen in den letzten fünf Jahren. Viele Beobachter werten diese ganz klar als Zeichen für die Auswirkungen des Klimawandels. Wir fordern deshalb eine „Klimagerechtigkeit“. Jene Länder, die am meisten zum Klimawandel beitragen, müssen uns als davon Betroffene unterstützen.

Wie positioniert sich die Kirche zum Klimawandel? Gibt es konkrete Projekte gegen die katastrophalen Folgen?

Die Kirche ist sehr engagiert im Bereich der Risikobewältigung. Konkret bedeutet dies, dass bestimmte Maßnahmen unterstützt werden: zum Beispiel Projekte zur Aufforstung, die Neupflanzung von Mangrovenwäldern, der Schutz der Einzugsgebiete von Flüssen und der Kampf gegen die Abholzung.

Warum ist der Klimawandel ein Thema, das auch die Kirche und einzelne Christen angehen müssen?

Ich denke, es geht hier um eine moralische Pflicht. Wir sind ganz eindeutig dazu beauftragt, die Schöpfung zu bewahren. Es droht die völlige Zerstörung der Umwelt. Die Umwelt aber ist die Grundlage allen Lebens und sämtlicher Zivilisation.

Was können wir in Deutschland konkret tun?

Zunächst sind wir dankbar, dass Misereor das Thema „Klima“ in den Mittelpunkt der diesjährigen Fastenaktion rückt. Wir sind auch sehr dankbar für die Unterstützung, die wir aus Deutschland bekommen. Was Deutschland tun kann ist die Nutzung von alternativen Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie. Wir auf den Philippinen selbst können dagegen durch die Kraft der Gezeiten Strom gewinnen.

Im Rahmen der MISEREOR-Kollekte kamen im vergangenen Jahr im Bistum Augsburg rund 920.000 Euro zusammen. Zusätzlich wurde bei uns im Bistum im vergangenen Jahr 1,37 Mio. Euro an MISEREOR gespendet. Informationen zur Arbeit der Hilfswerke gibt es bei der Abteilung "Mission-Entwicklung-Frieden".