Weltkirche

Erzbischof über die Lage der Christen im Libanon

26.08.2019 15:48

Der maronitische Erzbischof Hanna Rahmé aus der libanesischen Diözese Baalbek – Deir el-Ahmar hat heute bei einem Besuch in Augsburg über die Lage der Christen in seiner Heimat berichtet. In einem Gespräch mit Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier betonte der Erzbischof vor allem zwei Schwerpunkte der pastoralen Arbeit: die Ausbildung junger Menschen und den Bau kirchlicher Gebäude.

Erzbischof Rahmé überreicht Diözesanadministrator Prälat Meier als Gastgeschenk sein bischöfliches Wappen und Nüsse aus dem Libanon. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)

Aber auch die humanitäre Hilfe für unzählige vor allem aus Syrien stammende Flüchtlinge verschwieg er nicht. „Die Kirche geht auf die Not der zu uns geflüchteten Menschen ein“, so der Erzbischof, der von Pater Gaby Geagea von der Maronitenmission Deutschland übersetzt wurde.

Und das obwohl die Situation für die christliche Bevölkerung in seinem Bistum auch Jahrzehnte nach dem Bürgerkrieg nach wie vor konfliktbeladen ist. Hunderttausende Christen verließen in den Jahren zwischen 1975 und 1990 ihre Heimat. Daher sei es eine wichtige Aufgabe für die Kirche vor Ort, Rückkehrwilligen neue Perspektiven aufzuzeigen sowie junge Menschen und Familien vom Bleiben zu überzeugen. „Um Christen im Land zu halten, ist es gut, Projekte zu starten und zu fördern, die sich um Bildung junger Leute kümmern“, beschreibt Erzbischof Rahmé die Lage in seiner Heimat. Dazu setze die Diözese Multiplikatoren ein, die in die Dörfer gehen und unterrichten.

Die Diözese Baalbek - Deir El-Ahmar ist eine im Libanon gelegene Eparchie der maronitischen Kirche mit Sitz in Deir El-Ahmar. Das Gebiet der Diözese umfasst flächenmäßig 27 Prozent des Landes. Bei einer Bevölkerung von rund einer halben Million Menschen gehören 80.000 Einwohner der maronitischen Kirche an, 60.000 sind griechisch-katholisch. Die Maroniten sind mit Rom uniert und erkennen den Papst als Oberhaupt an.