IT und Digitalisierung

Mehr als 150 Teilnehmer beim ersten IT-Tag

19.11.2019 14:00

Unter dem Motto „Einfach IT“ konnten sich am Montag die Besucher des ersten IT-Tags der Diözese Augsburg im Haus St. Ulrich über Aufgaben, Herausforderungen, Projekte und Trends der IT informieren. Ein besonderer Höhepunkt war dabei die Vorstellung des neuen Intranets.

Reichlich Information und Austausch beim ersten IT-Tag im Bistum Augsburg. (Fotos: Julian Schmidt / pba)

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IT waren voll im Einsatz, um den über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die vielfältigen Aufgaben ihrer Stabsabteilung möglichst anschaulich zu erklären. Die sechs Abteilungen der IT und die Stabstelle Informationssicherheit wurden von ihren jeweiligen Leiterinnen und Leitern in Vorträgen vorgestellt. Gleichzeitig konnten die Gäste an Infoständen im Foyer in den direkten Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern treten. Dabei gab es viel Wissenswertes und Erstaunliches zu erfahren: So betreuen die rund 40 Kolleginnen und Kollegen der Stabsabteilung IT und Digitalisierung etwa 16.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ordinariat sowie in den Außenstellen, Pfarreien, Stiftungen und an anderen Orten. Beim User-Helpdesk gehen im Schnitt täglich bis zu 480 Anfragen ein, die von der IT im Anschluss bearbeitet werden.

Besonders erfreulich für die Besucher war die Ankündigung des neuen Intranets, das am kommenden Montag freigeschaltet werden soll. Johanna Eberle von der Abteilung IT-Software & Services kündigte eine deutlich benutzerfreundlichere Oberfläche, die schnellere Verfügbarkeit von Informationen und eine gut funktionierende Suchmaschine an.

Diese Entwicklungen und Fortschritte seien allerdings nicht selbstverständlich, betonte der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators Domkapitular Harald Heinrich in seinem Grußwort. Bis vor kurzem habe es im Bistum auf dem Feld der Digitalisierung noch Nachholbedarf gegeben. Dass sich diese Einstellung jetzt aber grundlegend gewandelt habe, zeige der erste IT-Tag. Die Kirche von Augsburg habe das Thema erkannt, die hausinterne IT personell und finanziell deutlich gestärkt und mit dem neuen IT-Direktor Dr. Rudolf Scheid einen Fachmann heranziehen können, der diesen Wandel grundlegend vorangetrieben habe. „Keine Webseite oder keinen Facebook-Auftritt zu haben ist wie kein Kirchengebäude zu haben“ zitierte der Domkapitular aus einem Papier der Church of England und wünschte sich, dass auch das Bistum in Zukunft vernetzter, effizienter und im digitalen Raum präsenter sein könne.

Dr. Rudolf Scheid selber gab das Lob als IT-Direktor zurück: Ohne die Unterstützung seitens des Ordinariats und insbesondere von Domkapitular Heinrich hätte dieser IT-Tag auch nicht zustande kommen können. Die Veranstaltung sei für ihn primär als Austauschplattform zu sehen, auf der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums die Menschen hinter der IT kennenlernen und mit ihnen in Kontakt treten könnten. Die IT sei bislang wenig im direkten Kontakt mit den Menschen in den Büros und Arbeitsräumen der Diözese gestanden. Umgekehrt habe dies genauso gegolten. Mit dem ersten IT-Tag habe er hier Abhilfe schaffen wollen, erklärte der Direktor im Gespräch mit Julian Schmidt von der Pressestelle des Bistums Augsburg (pba).

 

IT-Direktor Dr. Rudolf Scheid.

pba: Herr Dr. Scheid, sie sind jetzt seit etwa einem Jahr im Amt. Warum haben Sie sich dazu entschieden, einen IT-Tag auszurichten?

Dr. Scheid: Erst einmal ging es mir darum zu zeigen, was in den letzten zwölf Monaten passiert ist. Die IT ist gerade im Umbruch, das war auch in aller Munde. Das lief allerdings auch etwas anonymisiert ab. Die Leute haben vielleicht gewusst, dass es neue Abteilungen gibt, aber was sich dort technisch und innovativ abgespielt hat, war ihnen oft nicht bewusst. Uns hier bewusster zu präsentieren war das eine. Was mir aber auch sehr am Herzen lag war die Nahbarkeit: Manche Menschen arbeiten hier vielleicht schon seit Jahren oder Jahrzehnten mit der IT zusammen, haben aber noch nie einen Menschen dahinter gesehen. Umgekehrt weiß die IT selber auch nur wenig über ihre Kunden. Insofern war der IT-Tag auch eine Austausch- und Kommunikationsplattform, die ich bewusst geschaffen habe, um hier Abhilfe zu schaffen.

pba: Was sind die Projekte der Stabsabteilung IT für die nähere Zeit?

Dr. Scheid: Für uns ist es wichtig, die Leute noch besser zu verstehen: Wo müssen wir ansetzen? Unser Motto ist „Einfach IT“, das heißt: Usability muss für uns immer vor der Funktionalität stehen. Auch unsere Arbeitsweise muss so ausgelegt werden, dass sich für die Userinnen und User alles möglichst einfach gestaltet. Das ist das A und O, das ist unser Ziel für die nächsten zwei Jahre und darüber hinaus. Wir wollen konkret die Digitalisierung der Arbeitsplätze weiter vorantreiben, sowohl durch eine umweltschonende Reduktion des Papierverbrauchs als auch durch eine Vernetzung des Arbeitsplatzes selber. Wir haben 6.000 Immobilien, die durch den Einsatz von datenoptimierter und vernetzter Technik wie etwa intelligenten Thermostaten oder Lichtsteuerungen in ihren Betriebskosten reduziert werden und zu angenehmeren Arbeitsplätzen gemacht werden können.

pba: Wie genau muss man sich den Arbeitsplatz der Zukunft vorstellen?

Dr. Scheid: Vom „papierlosen Büro“ wird bereits seit den neunziger Jahren gesprochen, doch in Wirklichkeit kann es das so nicht geben. Aber wir werden es papierloser machen. Wichtig ist zudem, dass wir die Mobilität fördern. Die Leute müssen beweglicher sein können, sowohl in ihrem Arbeitsplatz als auch außerhalb davon. Wir fördern daher etwa den Einsatz von Notebooks und Smartphones. Dazu braucht es natürlich die Basistechnik und Infrastruktur, die diese mobile Arbeitsweise ermöglicht. Auch Headsets sind in Planung, zum Beispiel für das „open space“-Konzept im neugebauten Hafnerberg.

Johanna Eberle von der Abteilung Software & Services stellt das neue Intranet vor.
Mehr als 150 Menschen kamen zum ersten IT-Tag ins Haus St. Ulrich.
Die Stabsabteilung IT und Digitalisierung stellt sich vor (mit auf dem Bild: Domkapitular Harald Heinrich und Domvikar Martin Riß).