Caritas / SKM Augsburg

Neue Wohnanlage für Menschen in Not: Mit dem "Georg-Beis-Haus" erfüllt sich das Lebensmotto des Namensgebers

30.07.2020 16:02

Augsburg (pca). 49 Einzel-Appartements und zwei Wohnungen bieten seit kurzem in Augsburg-Lechhausen Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen ein Dach über dem Kopf und die Chance zu einem selbständigen Leben. Damit erfüllt sich ein uralter Wunsch des Trägers dieser Wohnanlage mit einen schönen grünen Innenhof und alten Baumbeständen, des SKM Augsburg, des Fachverbandes der Caritas für Wohnungslose und Straffälligenhilfe. Heute spendete Generalvikar Harald Heinrich den Menschen, die dort leben und arbeiten wie auch der Anlage, den kirchlichen Segen - zusammen mit dem Apostolischen Protonotar Georg Beis, dem Namensgeber.

Segnung des Georg-Beis-Hauses mit Generalvikar Heinrich und dem 96-jährigen Namensgeber der Wohnanlage. (Fotos: Bernhard Gattner / Caritas Augsburg)

„Hier haben Menschen, die auf dem gnadenlosen Wohnungsmarkt keine Chance haben, ein sicheres Fundament, auf dem sie aufbauen und ohne Ängste in die Zukunft schauen können.“ Davon ist Dr. Bernd Görlitz, der Erste Vorsitzende des SKM Augsburg e. V., überzeugt. Sein besonderer Dank galt der Diözese Augsburg, „die keine Mühen gescheut hat, dieses Wohnhilfeprojekt Wirklichkeit werden zu lassen“ und dafür den wesentlichen finanziellen Teil des Neun-Millionen-Euro-Projekts übernommen hat. Der Förderverein Wärmestube – SKM Augsburg e. V. hat die Kosten für die 49 Küchen und deren Einbau in einem Gesamtwert von rund 100.000 Euro übernommen.

Die Wohnanlage trägt den Namen „Georg-Beis-Haus“. Der SKM ehrt damit ihren Gründer, den früheren Vorsitzenden, langjährigen Unterstützer und Seelsorger der Wärmestube, den katholischen Geistlichen, ehemaligen Augsburger Dompfarrer,  Diözesanadministrator und Domdekan. „Hier verwirklicht sich sein Lebensmotto 'Immer ein offenes Ohr haben und für andere da sein', sagte Wolfgang Krell, SKM–Diözesanreferent, bei der Einweihungsfeier. Der 96-jährige Georg Beis, der den seltenen päpstlichen Ehrentitel Apostolischer Protonotar trägt, hatte es sich nicht nehmen lassen, an der Feier teilzunehmen. Eine besondere Freude war es für ihn, dass Generalvikar Heinrich ihn spontan den Weihwassersprengel zur Segnung der nach ihm benannten Einrichtung übergab.

Die Segensfeier sei für Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg „ein schöner Abschluss“ langer zäher Bemühungen für diese Anlage gewesen. SKM-Vorsitzender Dr. Görlitz dankte ihm in seinen Grußworten für seine Unterstützung. „Bei Ihnen war es immer unschwer zu erkennen, dass wir und die Menschen in Not Ihnen wichtig sind und dass die Caritas für uns als SKM immer ein schützender Schirm ist“. Unterstützung hatte das Projekt auch beim früheren Bischof Dr. Konrad Zdarsa gefunden. Er, so erinnerte sich der Generalvikar, habe sich unmissverständlich dafür ausgesprochen. „Ich will das“, habe er gesagt, „und dann war auch für die Bistumsverwaltung klar, dass wir das umsetzen werden“, so Generalvikar Heinrich. Das St. Ulrichswerk hat dann die Verwirklichung des Baus in die Hand genommen.

Vor dem Hintergrund der allgemeinen Wohnungsknappheit und der zu wenigen Wohnungen für Menschen in Armutssituationen dankte Reiner Erben, der derzeitige kommissarische Sozialreferent der Stadt Augsburg, ausdrücklich der katholischen Kirche für ihre „segensreiche und beeindruckende Tätigkeit für die Stadt Augsburg, die sich speziell in dieser Wohnanlage zeige. „Auch Menschen mit kleinstem Geldbeutel und in schwierigen Lebenssituationen müssen in gesunden Lebensbedingungen leben können“, unterstrich er seine Überzeugung.

Die 49 Appartements sind 25 Quadratmeter groß inklusive der Nasszelle und der Küchenzeile. Zehn Wohnungen davon sind für Menschen in akuten krisenhaften Lebenssituationen vorbehalten, so dass der SKM sehr schnell reagieren und helfen kann. 25 Menschen leben bereits in den Wohnungen. Ein Teil von ihnen kommt aus dem Übergangswohnheim der Stadt Augsburg, das auch der SKM im Auftrag der Stadt betreibt. Die Bewohnerinnen und Bewohner können in der Wohnanlage selbstständig leben. Der SKM bietet mit einem vierköpfigen Team unter der Leitung des Sozialpädagogen Alexander Gah Unterstützung in der täglichen Lebensführung. Dazu gehören sozialpädagogische Betreuung, tagesstrukturierende Angebote, gemeinschaftsfördernde Aktionen wie auch seelsorgliche Angebote. Der Dominikanerpater Simon Goldau kümmert sich um die Bewohner. Für Augsburgs Generalvikar Heinrich erfülle sich mit den Angeboten des SKM in der Wohnanlage das, was für die Kirche wesentlich sei. „Die Heilszusage Gottes muss für die Menschen erreichbar und erlebbar sein.“