Sozialdienst katholischer Frauen

Seniorenheim St. Afra feierlich wiedereröffnet

21.11.2019 15:50

Augsburg (SkF). Mit einem feierlichen Festakt ist heute das Seniorenheim St. Afra nach einer dreijährigen Sanierungszeit gesegnet worden. In seiner Ansprache verwies Domkapitular Monsignore Harald Heinrich, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators, auf den sozialpolitischen Aspekt der Sanierung: „Wir haben es damit geschafft, dass fast 90 pflegebedürftige Menschen mitten im Domviertel ein neues Zuhause finden können. Denn Seniorinnen und Senioren gehören herein in unser Miteinander, hinein ins Zentrum unserer Stadt und auch mitten hinein ins schicke Domviertel. Die Sanierung ist auch ein Zeichen dafür, dass das Bistum an der Seite derer steht, die Hilfe brauchen.“

Die bayerische Staatsministerin Melanie Huml hält den Festvortrag zur Wiedereröffnung des Seniorenheims St. Afra. (Foto: Nicolas Schnall / pba)

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml dankte in ihrer Festrede dem Bistum für das große Engagement: „Sie haben viel Geld in die Hand genommen, um dieses denkmalgeschützte Gebäude auf den neuesten Stand der Technik und der gesetzlichen Vorgaben zu bringen. Das verdient Respekt und Anerkennung.“ Das Seniorenheim St. Afra sei ein gutes Beispiel dafür, dass ältere Menschen mitten in der Stadt ein neues Zuhause finden und dass es auch möglich sei, denkmalgeschützte Gebäude so zu modernisieren, dass dort unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine sehr gute Pflege geleistet werden kann. „Besonders gefällt mir, dass sie in gemeinsamen Projekten mit der verbandseigenen Kindertagesstätte den Kontakt zwischen den Generationen ermöglichen und fördern“, richtete sich die Ministerin an die Vertreterinnen des SkF.

In ihrem Grußwort betonte die Bundestagsvizepräsidentin, Claudia Roth, die Würde des Menschen: „Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich am Umgang mit den Schwachen. Deshalb ist es wunderbar, dass sie als Bistum und sie als SkF die große Aufgabe gemeistert haben und dieses geschichtsträchtige Haus wieder zu einem Ort machen, an dem ältere und pflegebedürftige Menschen mitten in der Stadt ein wohlig-friedliches Zuhause finden und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“

Als „einen Glücksfall für das Zusammenleben in unserer Stadt und zur Weiterentwicklung der Pflege von Seniorinnen und Senioren in Augsburg“ bezeichnete der Sozialreferent der Stadt, Dr. Stefan Kiefer die geglückte Sanierung. „Der SkF ist ein wichtiger Partner in unserem gut funktionierenden Netzwerk für die Belange von älteren Menschen. Auch deshalb waren wir in der dreijährigen Sanierungsphase gerne „Gastgeber“ in unserem Seniorenheim Lechrain für das Team des Afraheims mit 45 Bewohnerinnen und Bewohnern. Wir wünschen von Herzen einen guten Start in den neuen Räumen zurück im Herzen der Stadt.“

Geplant und geleitet wurde die Sanierungsphase vom Architekturbüro Endres und Tiefenbacher aus Augsburg. Harald Tiefenbacher bedankte sich für das Vertrauen und blickte zurück auf eine sehr herausfordernde Baustelle: „Wir können uns nicht an einen ähnlich komplizierten Auftrag erinnern. Denkmalschutz, Brandschutz, Pflegegesetz und die Anforderungen an eine moderne Pflege unter einen Hut zu bekommen, ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Umso erleichterter sind wir, dass alles geklappt hat und wir heute ein Gebäude zurückgeben können, in dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen werden. Das Haus hat eine lange Vergangenheit und jetzt auch wieder eine Zukunft.“

Die Vorsitzende des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Frau Doris Hallermayer begrüßte die Gäste und bedankte sich vor allem bei Domkapitular Harald Heinrich, beim Bischöflichen Stuhl und bei der Bischöflichen Finanzkammer dass sie mit hohem finanziellem Aufwand diese Generalsanierung ermöglichten. Der Dank galt auch dem St. Ulrichswerk, den beteiligten Architekten und allen Vertretern der Firmen, die handwerklich und künstlerisch tätig waren sowie den Spenderinnen und Spendern. Zu nennen sei vor allem die Langner’sche Stiftung.

Sie beschrieb in ihrer Rede die Stellung eines Senioren- und Pflegeheims in der heutigen Gesellschaft „Ein solches Heim ist nicht nur eine gesellschaftliche Notwendigkeit, sondern verpflichtet uns, Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt ein würdiges Leben und Wohlbefinden zu ermöglichen. Das bedeutet auch, sich der Zukunft zu stellen. Der SkF nimmt diese Herausforderung an und ist sich seiner Verantwortung bewusst.“ 

Die Geschäftsführerin des SkF, Martina Kobriger hob besonders das neue Angebot der Kurzzeitpflege hervor: „Damit können wir pflegende Angehörige entlasten, die im Seniorenheim St. Afra ihre Angehörigen für die Zeit zum Beispiel des Urlaubs gut aufgehoben wissen.“ Für die nächste Zeit ist die große Herausforderung, genügend Fachkräfte zu finden, damit die Aufnahme von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern auch gut bewältigt werden kann: „Wir bieten Arbeitsplätze mitten im Domviertel in einem neu sanierten Haus. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass wir genügend Fachkräfte für Pflege und Hauswirtschaft finden.“

 

Hintergrundinformationen

Aktuelle Anforderungen an Pflege z.B. durch das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz (PfleWoqG) und technische Entwicklungen machten eine Generalsanierung des Seniorenheims notwendig. Diese wurde vom Bistum Augsburg, dem Besitzer des Gebäudes vorgenommen. In der dreijährigen Sanierungsphase waren die Bewohnerinnen und Bewohner im städtischen Seniorenzentrum Lechrain untergebracht. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner sind bereits wieder in das Seniorenheim St. Afra eingezogen. Das Seniorenheim St. Afra wurde 1928 vom bekannten Augsburger Architekten Michael Kurz gebaut und für verschiedene soziale Zwecke genutzt. Für längere Zeit war es z.B. Entbindungsstation und Kinderklinik. Nach der Errichtung des Josefinums wurde das Afraheim zu einem Seniorenheim umgewandelt.

Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Augsburg (SkF) ist einFrauen-Fachverband im Deutschen Caritasverband, der sozial gefährdete Kinder, Jugendliche, Frauen, Familien und Senioren unterstützt. Der SkF-Ortsverein Augsburg wurde 1912 gegründet und betreibt 13 soziale Einrichtungen, in denen etwa 220 haupt- und 100 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen wirken. Mehr als 5.000 Menschen im Jahr erhalten - unabhängig von Konfession, Alter und Nationalität - Unterstützung in Not- und Belastungssituationen.