20.04.2015 13:18

Rund 220 Traktoren glänzten gestern bei Traumwetter und vor herrlichem Alpenpanorama in Speiden und warteten auf die Fahrzeugsegnung durch Weihbischof Florian Wörner. Unter dem Motto "Bauer sucht Gott" hatte die Katholische Jugendstelle Kaufbeuren eine Traktorensternwallfahrt nach Maria Hilf organisiert. Bevor es auf die Reise nach Speiden ging, hatten alle Traktoren einen Startimpuls erhalten. Neben den Landkreisen Ostallgäu und Oberallgäu waren auch Schlepper aus Weilheim-Schongau der Einladung gefolgt und erhielten die Segnungsplakette mit der Aufschrift "Gottes Segen auf allen Wegen, Feldern und Wäldern". Über 1200 Landwirte, Oldtimerfans und Gläubige feierten den Festgottesdienst mit, darunter auch Schirmherrin Maria Rita Zinnecker (Landrätin), die ebenfalls mit einem Traktor auf das Festgelände vorfuhr.

Foto: Kathrin Zillenbiehler

Das Zelt reichte nicht für alle Besucher, so dass kurzerhand draußen noch bestuhlt wurde. Die Messe wurde vom Chor "Sangtissima" aus Rettenbach am Auerberg umrahmt. Weihbischof Florian Wörner lobte die Hauptinitiatoren Jugendseelsorger Pater Joshy und Jugendreferent Christian Lieb für ihre "pfiffige Idee" und bescheinigte Ihnen genau den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Pater Joshy berichtete zu Beginn, dass sich beim Titel "Bauer sucht Gott" anfangs einige Gemüter erregt haben, der große Zuspruch aber zeige, wie verbunden die Landwirtschaft mit der Schöpfung sei. Weihbischof Wörner wünschte sich, "dass die Menschen immer auf der Suche nach Gott bleiben". Die innere Unruhe und Unzufriedenheit vieler Menschen sei ein Zeichen für das Suchen nach Gott. Man müsse aber richtig suchen und "alles was weniger ist als Gott, reicht nicht", so der Geistliche. Das Wort Traktor stamme vom lateinischen "trahere" ab und bedeute "ziehen, schleppen, anziehen". Im Bezug auf die straßensäumenden Zugmaschinen zog Weihbischof den Vergleich, "dass Gott selbst der eigentliche Traktor ist". Den Gottesdienst hatte die Katholische Landjugend vorbereitet und mit kleinen Rollenspielen stellten sie die Frage, was Menschen zu einer Wallfahrt motiviert. In den Fürbitten formulierten die Jugendlichen die Sorgen und Nöte der Landwirtschaft wie beispielsweise die unnötige Preistreiberei um landwirtschaftliche Flächen und den Appell an die Vernunft der Verpächter und Pächter hier nicht mitzuspielen. Mit Aussagen wie "Gott geht nie der Spirit/Sprit aus" oder "Gott hat mehr PS als ein Vario" schafften sie immer wieder die Verbindung zur Landwirtschaft. Die Kollekte diente der Wallfahrtsfinanzierung, sowie als Spende für die Bäuerliche Familienberatung des Katholischen Landvolks. Ein großes Kompliment gebührte zudem der Pfarreiengemeinschaft Zell/Hopferau, welche für das leibliche Wohl zuständig war und trotz des enormen Besucherandrangs alles im Griff hatte. Die Musikkapelle Hopferau spielte im Anschluss zum geselligen Zusammensein auf, während Martin Dorn als Ansager durch den Nachmittag führte. Die Ehrengäste, darunter die Bürgermeister der Gemeinden und allen voran Landrätin Maria Rita Zinnecker bedankten sich bei den vielen Mitwirkenden und waren begeistert von der positiven Resonanz.

Text und Fotos: Kathrin Zillenbiehler