Domprediger-Homilien

Zum Geburtstag: Festschrift für den Bischof

21.07.2020 09:33

Generalvikar Harald Heinrich hat gestern Abend im Rahmen einer Feierstunde zum 60. Geburtstag von Bischof Dr. Bertram Meier dem Jubilar eine Festschrift als Geschenk überreicht. Unter dem Titel „Kirche – Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung“ ist eine Auswahl der Predigten des Bischofs versammelt, die er von 2007 bis 2020 in seiner Funktion als Domprediger im Hohen Dom zu Augsburg gehalten hat.

"Bleib so Mensch und werde es weiter", richtete sich Generalvikar Harald Heinrich an den Jubilar (Foto: Annette Zoepf/pba)

Bischof Bertram sei ein „leidenschaftlicher und ausgezeichneter Prediger“, schreibt der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx im Grußwort der Festschrift. Er könne das Wort durch seine Auslegung und seine bildreiche Sprache lebendig werden lassen.

In einem Geleitwort betont Generalvikar Harald Heinrich, der neue Augsburger Bischof sei „jung, nicht jung geblieben“ und zeichne sich durch Schaffenskraft und eigene Zukunftsvisionen aus. Kirche sei kein Verein und auch keine Behörde, sondern eine „Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung“, wie sie Bischof Bertram bereits in einer seiner Corona-Predigten aus der Bischöflichen Hauskapelle heraus bezeichnet hatte. Auch wenn die Kirche heute vielfach krisengeschüttelt sein möge: „Krisenfest ist sie auch“, so der Generalvikar.

Musikkapelle Leitershofen (Foto: Annette Zoepf/pba)

Damit nimmt der 224-seitige Band gleichzeitig Bezug auf die christliche Frühkirche, die in den ersten Jahrhunderten oft bedrängt war. Die Predigttexte des Bischofs sind in dem Buch deshalb mit frühchristlichen Kunstwerken aus den Katakomben Roms bebildert. Zudem konnte der bekannte Archäologe Dr. Norbert Zimmermann für einen Beitrag über das Motiv des heilenden Christus in der Katakombenmalerei gewonnen werden. Für Bischof Bertram stellt das Thema auch eine persönliche Verbindung dar: Er hatte seine erste Predigt 1984 als Diakon in der römischen Domitilla-Katakombe gehalten.

Begonnen hatte die Feier, an der wegen den Corona-Vorgaben nur geladene Gäste teilnehmen konnten, gestern Abend mit einer Pontifikalvesper im Hohen Dom. Zu deren Beginn dankte Bischof Bertram für die vergangenen 60 Jahre seines Lebens. Seine Eltern seien damals im Wald gewesen, um Pilze zu sammeln, als der kleine Bertram habe das Licht der Welt erblicken wollen. „Schnell musste dann alles gehen, direkt in den Kreissaal.“ Es sei eine glückliche Geburt gewesen, fügte er hinzu. Und so freue er sich, das Lob Gottes auf das Leben anstimmen zu können. Er sei Gott und allen, die die Basis für sein Leben gelegt hätten, „sehr, sehr dankbar“. Er habe seinen Weg in ruhigen Bahnen gehen können. So etwas wie Angst, Schüchternheit oder auch Gebremstheit habe er in seinem Leben niemals erfahren müssen. „Auch das ist eine Gnade“, so Bischof Bertram. Er habe den Herrn immer im Rücken gewusst und lasse sich von ihm auch in die Zukunft führen.

Gundelfinger Nachtwächter (Foto: Annette Zoepf/pba)

Diesen Aspekt griff auch Generalvikar Harald Heinrich in seiner Predigt während der Vesper auf. Er nahm dabei Bezug auf die Motive der Kathedra im Hohen Dom. Als Bischof von Augsburg habe er das Bildprogramm der Kathedra im Rücken, in Stein gemeißelt. Was wären die dort dargestellten Ämter des Bischofs, wenn sie nicht dem vollen Menschsein, dem Leben in Fülle dienen würden, fragte er. Bischof Bertram sei ein Gemeinschaftsmensch. „Bei den Menschen zu sein, ist dein Lebenselixir“, richtete er sich an den Jubilar. Für viele im Bistum sei er in den vergangenen Jahren „der Bertram“ geworden und er sei es noch immer. Dennoch sei der Jubilar nicht zum Mitläufer geboren. Er sei vielmehr wie auf der Kathedra dargestellt der gute Hirte, der direkt auf die Menschen ziele. Er sei dabei immer dem Leben auf der Spur gewesen und habe sich in seine verschiedensten Aufgaben senden lassen. Zur „Allzweckwaffe“ sei er dabei sogar geworden, wie es Bischof Konrad einmal gesagt habe. Er habe sich in das große Ganze und für das große Ganze einbinden lassen.

Übergabe der Festschrift (Foto: Annette Zoepf/pba)

Bischof Bertram sei bei alle dem auch jemand, der eine Spur des Vertrauens setzen könne. „Du hast die gewaltige Aufgabe des Bischofsamtes angenommen.“ Viele hätten ihm zugesagt, ihn dabei zu unterstützen. Ihnen könne er nun vertrauen. „Lieber Bertram, bleib so Mensch und werde es weiter“, wünschte ihm der Generalvikar am Ende der Predigt. „Das Programm dazu hast du an der Kathedra im Rücken. Mehr noch, du hast Gott hinter Dir, der Rückendeckung und Rückhalt gibt.“

Bevor sich die Gäste anschließend noch zu einer Begegnung im Garten des Bischofshauses aufmachten, wo Bischof Bertram auch die Festschrift überreicht wurde, gab es vor dem Dom noch ein Standkonzert des Musikvereins Leitershofen. 

 

Die Festschrift trägt den Titel:

Bischof Bertram Meier: Kirche – Gemeinschaft mit begründeter Hoffnung. Domprediger-Homilien, herausgegeben von Harald Heinrich und Gerda Riedl, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2020, ISBN 978-3-95976-287-8, 24,00 Euro.