Aufgabe des Priesterrates

In jeder Diözese ist nach universal geltendem Kirchenrecht ein Priesterrat einzurichten, d.h. ein Kreis von Priestern, der das Presbyteriums repräsentiert und gleichsam als „Senat“ des Bischofs ihn bei der Leitung der Diözese unterstützt und berät. Im kirchlichen Gesetzbuch CIC ist ein eigenes Kapitel dem Priesterrat gewidmet (cc. 495–502).

Ein Teil des Priesterrates wird von den verschiedenen Gruppen des Presbyteriums (Kapläne, Sonderseelsorger, Pfarrer etc.) gewählt, ein weiterer vom Bischof berufen, einige Mitglieder, wie etwa die Weihbischöfe und der Generalvikar, sind im Kirchenrecht vorgeschrieben. Alle Mitglieder müssen Priester sein, es können jedoch andere Personen als Gäste (ohne Stimmrecht) zu den Beratungen hinzugezogen werden.

Der Priesterrat hat nur beratendes Stimmrecht; der Diözesanbischof muss ihn jedoch bei allen Angelegenheiten von größerer Bedeutung anhören, insbesondere bei der Errichtung oder Auflösung von Pfarreien, der Profanierung von Kirchen oder bei Kirchenneubauten. Es ist Sache des Diözesanbischofs, den Priesterrat einzuberufen, den Vorsitz zu führen und die Tagesordnungspunkte festzulegen bzw. von den Mitgliedern vorgeschlagene Beratungsgegenstände zuzulassen. Der Priesterrat tagt regelmäßig mehrmals im Jahr.

In der Diözese Augsburg hat der Priesterrat zurzeit 36 Mitglieder und zwei ständige Gäste. Die Standesvertretung der Kleriker obliegt nicht dem Priesterrat, sondern dem Priester- und Diakonenverein.