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WEIHNACHTEN für spirituell Suchende. ... und wir sind alle für immer durch diese Geburt verändert

09.12.2016 12:41

Adventliche Abendveranstaltung im Akademischen Forum am 6. Dezember 2016

Prof. Dr. Adalbert Keller

 

 

 

Alles beginnt mit der Sehnsucht ...

Lichterketten, beleuchtete Fußgängerzonen, Kerzen - Die vielen Zeichen und Symbole, mit denen wir in der Advents- und Weihnachtszeit die Orte unseres Lebens schmücken, sie können für uns Wegweiser sein bei unserem Suchen.

Gott wirklich finden wird aber nur, wer bei diesen äußeren Hinweisschildern nicht stehen bleibt, sondern weitergeht auf den „Weg der Innerlichkeit“. Diese spirituelle Erfahrung machte auch schon Augustinus: „Siehe, Du warst in mir; ich aber suchte Dich draußen“ (Conf. X 27, 38).

Und so geht es wesentlich darum, die Bedeutung der Geburt Jesu für die Menschheit mit dem „inneren Augen“ zu sehen und zu verstehen, wie es die Kirchenväter Basileus von Cäsarea und Origenes formulieren: In der Geburt Jesu geschieht bereits Erlösung. Sie holt den Menschen aus der erbsündlichen Entfremdung (Gregor von Nyssa: „Göttliche Schönheit des Menschen verwelkte durch den Sündenfall“; Athanasius: „Reiner Spiegel wurde verfinstert“) und stellt den Menschen in eine neue Freundschaft mit Gott.

Weihnachten als ein mystisch-spirituelles Geschehen verwandelt den Menschen, so dass die altkirchliche Erlösungslehre dieses Ereignis auch dahin interpretieren konnte: „Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde“ (vgl. Augustinus).