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PHILOSOPHIEREN: „Der Gott der Philosophen“

18.10.2021 15:49

Philosophisches Seminar mit Prof. Dr. Manfred Negele im Akademischen Forum von Freitag, 15. Oktober bis Samstag, 16. Oktober 2021

Prof. Dr. Manfred Negele

Gott vor dem Forum der Vernunft

Augsburg. Ohne die Prägung durch die Philosophie wäre die christliche Theologie nicht zu dem geworden, was sie ist. Und umgekehrt beeinflusste die christliche Tradition im Abendland immer wieder das philosophische Denken. Mit der Gottesfrage bewegen wir uns auf einem Grenzgebiet zwischen Philosophie und Theologie.

Das Thema der Veranstaltung ist übernommen von Wilhelm Weischedels gleichnamigem Werk. In einem grandiosen Überblick bietet Weischedel einen Gang durch die Geschichte der philosophischen Theologie im Abendland. Aus der Fülle der Denker wurden im Seminar vier exemplarische Zugänge aufgegriffen. Von diesen unterschiedlichen Positionen aus wurde damit der Gottesbegriff von philosophischer Seite beleuchtet.

Plotin: Das EINE
Der entscheidende Impuls für die Entwicklung der christlichen Theologie ging vom Neuplatonismus aus. Sein wichtigster Vertreter ist Plotin (205-270 n. Chr.).

Pseudo-Dionysios Areopagita: Gott, das Überunerkennbare
Dionysios (um 500 n.Chr.) ist bedeutendster Kirchenvater der Ostkirche und zugleich für den Westen neben Augustinus die zweite Säule, auf die sich die Tradition stützt. Er findet eine neue Rede von Gott.

Nikolaus von Kues: Annäherungen an das Höchste
Nikolaus von Kues (1401-1464) versucht in immer neuen Anläufen, sich denkerisch dem Höchsten anzunähern. Das Beste, das wir dabei erreichen können ist „belehrte Unwissenheit“.

G.W.F. Hegel: Gott als absoluter Geist
Hegel (1770-1831) deutet Gott als Geist. Das ist kein neuer Gedanke, aber er wird von Hegel neu interpretiert, indem er die Entwicklung und die Geschichte des Geistes in den Mittelpunkt stellt.