Der "Bruno-Gröning-Freundeskreis" lädt immer wieder zu Filmnachmittagen ein, in denen die mehrstündige Dokumentation "Das Phänomen Bruno Gröning - Auf den Spuren des Wunderheilers" gezeigt wird. Zur Zeit läuft diese Werbeaktion in Augsburg-Lechhausen.
Dieser Film wurde von der Filmfirma der Gründerin des Freundeskreises, Grete Häusler, gedreht und bietet somit keine unvoreingenommene Information.
Bruno Gröning, geb. 1906 in Danzig, hat in den 1940er und 1950er Jahren durch vorgebliche Wunderheilungen auf sich aufmerksam gemacht. In diesem Zusammenhang kam er durch Verstöße gegen das Heilpraktikergesetz mit der Justiz in Konflikt. Von seinen Anhängern wird Gröning fast messianisch verehrt. Diese Verehrung Grönings ist mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar.
Der Gröning-Freundeskreis lehrt, dass von Bruno Gröning auch jetzt noch ein "Heilstrom" ausgehe, der von Menschen, die sich entsprechend einstellen, empfangen werden kann. Auch Objekte wie Portraits von Gröning oder von ihm berührte Stanniolkugeln seien Antennen für diesen Heilstrom und zeigen angeblich heilsame Wirkung.
Ferner wirbt der Freundeskreis mit wissenschaftlicher Beweisbarkeit der Heilungen und suggeriert durch eine "Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe" Seriosität. Die angeblichen medizinischen Beweise halten modernen Verifizierungsmethoden aber nicht stand und zirkulieren nur innerhalb der Gruppierung. Krankheit wird als Abfall von der Befolgung göttlicher Gesetze verstanden. Das Schwarz-weiß-Denken dieser Gruppe verlagert die Schuld für Krankheiten zurück in den Kranken, verschlechtert so die Chancen auf Heilung und führt leicht zu einer Abhängigkeit von der Gruppierung. Die übersteigerten Erwartungen in die angebliche Heilkraft Grönings können dazu führen, dass eigentlich wichtige medizinische Behandlungen nicht durchgeführt werden.
Dieses Verständnis von Heilung durch einen nicht nachweisbaren Heilstrom trägt magische Züge. Rückfälle erklärt die Gruppierung oft mit der negativen Ausstrahlung von Mitmenschen. Der Umgang mit kritisch hinterfragenden Mitmenschen könne die Heilung gefährden, weshalb Kranken oft geraten wird, sich von solchen (und damit möglicherweise auch von Familienangehörigen) zu distanzieren. Ein solches Verhalten kann in soziale Isolation führen.
Aus weltanschaulicher Sicht ist folglich vor dieser Gruppierung zu warnen.
Bereits 2008 wurde im Amtsblatt für die Diözese Augsburg 2008, Nr. 14 vom 11. November 2008, S. 531f eine ausdrückliche Warnung vor dem Bruno-Gröning-Freundeskreis veröffentlicht.