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SCHATTEN DER VERGANGENHEIT. Wie Traumata in die nächste Generation wirken

30.09.2024 16:16

Themenabend im Akademischen Forum in Kooperation mit dem Haus Tobias: Bildungs- und Begegnungszentrum der Klinikseelsorge im Bistum Augsburg und der Traumahilfe Netzwerk Augsburg & Schwaben e.V. am Montag, 30. September 2024

Dr. Markos Maragkos, München

Was man nicht bewältigt, wiederholt sich

 

Das Thema „Traumata“ weckte das Interesse zahlreicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer und so waren an diesem Abend über 130 Personen in das Haus Sankt Ulrich gekommen. Fachkundig und verständlich führte der Referent, Dr. Markos Maragkos, die Teilnehmer in zwei Vorträgen in die Materie ein und zeigte eindrucksvoll auf, was man unter einem Trauma versteht und wie diese in die Gesellschaft und in Familien weitergegeben werden und wirken.

Dr. Maragkos ist seit 2014 Ambulanzleiter in der Münchner Ausbildungsambulanz der AVM (Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation). Bei zahlreiche Einsätze im Rahmen von Großschadenslagen (Erfurt, Bad Reichenhall, Beslan/Kaukasus, Tsunami) war er im Einsatz.

In einem ersten Vortrag klärte Dr. Maragkos das Verständnis von traumatischen Erlebnissen und gab einen kompakten Überblick über die Phänomenologie und Diagnostik, wie auch die Ursache der Entstehung und Psychotherapie von Traumafolgestörungen. Traumatische Erfahrungen sind Erfahrungen mit einer existentiellen Dimension. Sie tangieren daher das Selbst des betroffenen Menschen zutiefst. In seinen Ausführungen nahm Dr. Maragkos immer wieder Bezug auf die konkrete therapeutische Arbeit.

Im zweiten Teil des Abends lag der der Fokus auf die transgenerationale Weitergabe von Traumafolgestörungen wie dies vor allem innerhalb von Familien geschieht. Kennzeichen hierfür sind Verhaltensregeln oder Riten, die sich oft unausgesprochen in Familien auf verschiedenen Wegen „vererben“. Um eine solche Kette zu unterbrechen ist es notwendig, traumatische Erlebnisse möglichst zeitnah in fachkundiger Therapie aufzuarbeiten.