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Internationaler Gedenktag

Radikalisierung und Fundamentalismus entgegenwirken

Bonn (DBK). Am 22. August wird zum achten Mal der „Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens“ begangen. Er wurde von den Vereinten Nationen 2019 eingeführt, um auf die religiös motivierte Verfolgung von Menschen aufmerksam zu machen.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier, hält den Gedenktag für notwendiger denn je: „Ausgrenzung und schließlich auch Verfolgung Andersgläubiger sind vielerorts trauriger Alltag. Die Gewalt nimmt weltweit eher zu, als dass sie zurückgeht. Zu den Opfern gehören Juden, Christen und Muslime, aber auch Angehörige vieler anderer Glaubensgemeinschaften sowie Menschen, die keiner Religion angehören.“

Die Kontexte der Gewalt seien vielfältig, erläutert Bischof Bertram. So gebe es Länder, in denen die Diskriminierung und Unterdrückung bis hin zu offener Gewalt vom Staat ausgingen, wie etwa Nicaragua, China und Nordkorea. Andernorts seien es religiös-extremistische Gruppen, die Angriffe auf Andersgläubige verübten. Die Gewalttaten des sogenannten „Islamischen Staats“ und ähnlicher Bewegungen hätten in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten die massenhafte Flucht von Christen aus dem Irak und aus Syrien verursacht und das Christentum dort an den Rand seiner Existenz gebracht. Heute sei der islamistische Terror vor allem in der Sahel-Region am Werk. „Und dann gibt es die fatale Verquickung von religiösem Fundamentalismus und nationalistischen Ideologien. Der Hindu-Nationalismus schränkt den Freiheitsraum der nicht-hinduistischen Religionen in Indien immer weiter ein. Im Heiligen Land betreibt die Hamas mit brutalen Mitteln ein national-religiöses Projekt und die immer gewalttätiger auftretende Siedlerbewegung im Westjordanland greift offen die religiösen Gebäude und damit auch die religiöse Identität der Muslime und Christen an. In all diesen Kontexten werden Menschen zu Opfern von Hass und Gewalt“, so der Bischof.

Vor diesem Hintergrund appelliert Bischof Bertram an die internationale Gemeinschaft, auf ein Ende der religiös motivierten Gewalt hinzuwirken. „Gleichermaßen stehen aber auch die einzelnen Regierungen in der Verantwortung, Menschen zu schützen und Ausgrenzungen und Gewalt zu unterbinden. Unsere Aufgabe als Religionsgemeinschaften ist es, Radikalisierung und fundamentalistischen Strömungen entgegenzutreten. Wir alle sind aufgerufen, Hass zu überwinden und Brücken zu bauen. Dazu mahnen uns die Opfer.“

Hintergrund

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Kommission Justitia et Pax legen in ihrer Arbeit seit Jahren einen Schwerpunkt auf die Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit. In diesem Zusammenhang steht unter anderem seit 2003 die jährliche Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ der Deutschen Bischofskonferenz. Weitere Informationen zu dieser Initiative sind unter www.dbk.de auf der gleichnamigen Themenseite zu finden. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz darüber hinaus zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit.