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Totengedenken

30. Todestag von Erzbischof Dr. Josef Stimpfle

Am heutigen 12. September jährt sich der Todestag des früheren Augsburger Oberhirten Dr. Josef Stimpfle zum 30. Mal. Der aus Maihingen stammende Geistliche leitete das Bistum von 1963 bis 1992. Ihm oblag es daher auch, die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils in die Tat umzusetzen. 1987 durfte er außerdem Papst Johannes Paul II. in Augsburg willkommen heißen.

Josef Stimpfle leitete das Bistum von 1963 bis 1992. (Foto: Helmut Hien)

Anlässlich des 30. Todestages betont Bischof Dr. Bertram Meier, es sei Bischof Stimpfles Verdienst gewesen, „dass er sich vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils inspirieren ließ“ und sich, bestärkt vom Rückenwind dieser Kirchenversammlung, mühte, die Erneuerung der ihm anvertrauten Diözese voranzutreiben. Lange bevor der Eiserne Vorhang gefallen sei, habe er Kontakte in die Weltkirche geknüpft und „Brücken zu den Kirchen Ost- und Mitteleuropas“ gebaut. „Auch die Einheit der Kirche war ihm ein großes Anliegen, was ihn dazu bewog, ökumenische Projekte anzustoßen und die Kontakte zu Vertretern des Judentums zu pflegen“, so Bischof Bertram.

Josef Stimpfle, wurde am 25. März 1916 in Maihingen als Bauernsohn geboren, besuchte bald aber das Knabenseminar in Dillingen und trat 1935 in das dortige Priesterseminar ein. Unterbrochen wurde seine Studienzeit vom Zweiten Weltkrieg, wo er unter anderem als Dolmetscher und Funker tätig war. 1946 erfolgte schließlich die Priesterweihe, 1951 der Abschluss der Promotion in Rom. Sein weiterer Weg führte ihn als Subregens zurück ins Priesterseminar, bis er schließlich 1963 zum Nachfolger von Bischof Joseph Freundorfer ernannt wurde. Seine Bischofsweihe durch den Münchner Erzbischof Julius Kardinal Döpfner erfolgte noch nach den vorkonziliaren liturgischen Rahmenbedingungen. Als Bischof nahm er an der zweiten, dritten und vierten Sitzungsperiode des Konzils teil.

Seine Amtszeit war geprägt von einer neuen Aufbruchsstimmung; so fielen auch zahlreiche neue Kirchbauten in diese Zeit. Auch die ersten Ständigen Diakone wurden durch ihn geweiht. Eng verbunden war er, aufgrund seines Engagements für die Christen hinter dem Eisernen Vorhang in Osteuropa, mit dem damaligen Papst Johannes Paul II. Diesen durfte er im Mai 1987 in Augsburg begrüßen – der erste Papstbesuch in der Bischofsstadt seit 1782.

Am 30. März 1992 nahm der Pontifex schließlich sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch an und ernannte ihn ehrenhalber zum Erzbischof. Vier Jahre darauf starb Erzbischof Stimpfle im Alter von 80 Jahren und wurde als erster Bischof in der neu errichteten Grablege in der Westkrypta des Doms beigesetzt.