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Zölibat ist unverzichtbares geistliches Zeichen

Mixa widerspricht Glück

24.11.2009 12:57

Augsburg (IBA). Der Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, hat die Forderung des neu gewählten Vorsitzenden des Zentralkomitees der Katholiken, Alois Glück, nach einer Lockerung des Zölibats zurückgewiesen. „Man könnte erwarten, dass der Vorsitzende des Zentralkomitees angesichts eines zunehmend aggressiven Atheismus und der Verdunstung menschlicher Werte in unserer Gesellschaft andere Sorgen hat als eine neuerliche Debatte über den Zölibat vom Zaun zu brechen“, sagte Mixa.

Die Ehelosigkeit der katholischen Priester sei „ein geistliches Zeichen für die konsequente Nachfolge in der Lebensform Christi, für die totale Hingabe an Gott und die Verfügbarkeit des Priesters für die Kirche und ihre Gläubigen in seiner ganzen Existenz, das nicht allgemeinen Nützlichkeitserwägungen geopfert werden dürfe“, betonte Mixa. Jesus selbst spreche im Matthäus-Evangelium (Kap. 19) von der „Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen“. „Als Bischof würde ich mir wünschen, dass der Präsident des Zentralkomitees sich stärker mit der Frage beschäftigte, wie die moderne Gesellschaft wieder mit dem Geist des christlichen Glaubens durchdrungen werden kann, und sich nicht in fruchtlosen innerkirchlichen Debatten verlieren würde“, kritisierte der Bischof von Augsburg den Vorstoß Glücks. Solche Debatten beschädigten auch die Lebensentscheidung junger Priester, die sich als Zölibatäre in ganzer Freiheit für Gott und die Menschen in ihren vielfältigen Fragen und Nöten auf den Weg machen. Besonders im aktuellen „Jahr der Priester“ sei dies mehr als kontraproduktiv. Eine überwiegende Zahl der Katholiken in der Weltkirche wisse die spezifische Lebensform des Priesters auch heute zu schätzen und sei dankbar dafür, betonte Mixa.