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ZWISCHEN LEHRE UND LEBEN. Papst Franziskus: Ein realistischer Blick auf Ehe und Familie

14.11.2016 18:17

Vortrag mit Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl am 9. November 2016 in Augsburg und am 10. November 2016 in Kempten

Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl

 

 

 

VON DER SEXUALMORAL HIN ZUR BEZIEHUNGSETHIK

 Mit Spannung und großem medialen Interesse war es im Frühjahr 2016 erwartet worden: das Dokument „Amoris laetitia – Freude der Liebe“ über Ehe und Familie von Papst Franziskus. Nach hitzigen Diskussionen über das kirchliche Verständnis und die Realität von Ehe und Familie, soll das abschließende Dokument eine Annäherung an die Lebens- und Beziehungssituation der Menschen von heute bringen.

Ist das wirklich gelungen? Welche neuen Sichtweisen auf Ehe und Familie vermittelt „Amoris laetitia“? Welche Impulse werden gesetzt? Und: Wie wird die Kirche in Zukunft mit gescheiterten Beziehungen umgehen?

Professorin Kerstin Schlögl-Flierl, Moraltheologin an der Universität Augsburg, fasste das Dokument in seinen wesentlichen Grundzügen zusammen und stellte sich den Fragen des Publikums. Inhaltlich zeigt sich in diesem Schreiben des Papstes eine Neuorientierung vor allem darin, dass nicht mehr eine Sexualmoral im Mittelpunkt steht, sondern eine Beziehungsethik. Damit vollzieht Papst Franziskus einen Wandel von der naturrechtlichen Argumentation hin zu einer personalistischen und humanwissenschaftlichen Argumentation.

Die Beziehung der Eheleute zu begleiten, das ist vor allem eine Herausforderung für die Seelsorge, die neu herausgefordert wird. Der realistische Blick auf Ehe und Familie verschweigt auch die Probleme nicht, die sich im Zusammenleben ergeben – bis hin zum Scheitern einer Beziehung. Hier ist in besonderer Weise die Seelsorge gefordert, die den Einzelfall in den Blick nehmen und pastorale Möglichkeiten erwägen soll.