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22.12.2010 01:00

Augsburg (pba). O-Antiphonen sind in der katholischen Liturgie seit sehr früher Zeit die Antiphonen zum Magnificat in der Vesper der letzten sieben Adventstage vor dem Heiligen Abend, also vom 17. bis 23. Dezember. Der Name „O-Antiphonen“ geht darauf zurück, weil die Rufe jeweils mit „O“ beginnen. Wir stellen sie Ihnen jeden Tag bis zum Heiligen Abend vor:

Wer ruft heute noch nach einem König? Wenn die Kirche in ihrer heutigen O-Antiphon nach dem König aller Völker ruft, dann ist das kein wehmütiger Ruf enttäuschter Demokraten. Vielmehr weiß der Glaubende, dass das Irdische sehr vorläufig ist und es die Sehnsucht des Menschen, die Sehnsucht der Völker, nicht stillen kann. Der Wunsch nach Einheit, nach Ganzheit, nach Erlösung – den kann die Welt nicht stillen, das ist nicht demokratisch machbar oder eine politische Option. Es ist vielmehr eine religiöse Sehnsucht, die den Menschen, der aus Erde gemacht ist, weit über das Irdische emporhebt: in die Sphäre des Himmels, in das Milieu Gottes, in das Königreich der Himmel. Hier allein weiß der Mensch seine Sehnsucht gestillt, von Ihm, der ist und der war und der kommen wird:
„O König der Nationen, Sehnsucht der Völker,
Du Eckstein, der aus beiden Eines macht;
komm, und erlöse den Menschen,
den Du aus Erde gebildet hast.“