Augsburg (pba). O-Antiphonen sind in der katholischen Liturgie seit sehr früher Zeit die Antiphonen zum Magnificat in der Vesper der letzten sieben Adventstage vor dem Heiligen Abend, also vom 17. bis 23. Dezember. Der Name „O-Antiphonen“ geht darauf zurück, weil die Rufe jeweils mit „O“ beginnen. Wir stellen sie Ihnen jeden Tag bis zum Heiligen Abend vor:
Einen Tag vor dem Heiligen Abend erhebt die Kirche zum letzten Mal ihren Ruf der sieben O-Antiphonen. Sie ruft nach Erlösung und wendet sich dabei an den, den sie den „Emmanuel“, den „Gott-mit-uns“, nennt. Hatte sich Gott im Alten Testament als „Jahwe“, als „Der, der ich da sein werde“, geoffenbart, so offenbart sich Gott im Neuen Testament wieder als der, der da ist, der mit uns ist, der „Emmanuel“ ist. Wir haben keinen Gott, der uns fern ist. Gott ist uns nah, ganz nah, und er ist für uns da. Als König und Lehrer weist er seinem Volk den Weg ins ewige Leben, als Heiland der Völker führt er uns zur Vollendung. Und dieser König, Lehrer und Heiland, Jesus Christus, ist unser Herr und Gott, dessen Geburt wir in der morgigen Nacht feiern:
„O Emmánuel, unser König und Lehrer,
Du Erwartung und Heiland der Völker!
Komm, uns zu erlösen, Herr, unser Gott!“