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Akademisches Forum

Ausstellungseröffnung: „Einer muss ja die Wahrheit sagen!“

24.09.2024 08:49

Er gilt als Märtyrer der Nächstenliebe und Friedensstifter zwischen Ost und West: Der selige Pallottinerpater Richard Henkes, der im KZ Dachau ums Leben kam, weil er sich um Typhuskranke kümmerte. Mit Theaterstück, Künstlergespräch, Vortrag und Führung wird im Augsburger Haus Sankt Ulrich am Donnerstag, 26. September, eine Ausstellung eröffnet, in deren Mittelpunkt die preisgekrönte Graphic Documentary über das Leben des Seligen steht. Der Eintritt ist frei.

Pater Richard Henkes, Seelsorger, KZ-Häftling, Seliger. (Quelle: Eulenfisch, Bistum Limburg, Drushba Pankow)

Die Graphic Documentary kommt nach Ausstellungen in Rom, Prag, Brünn und Frankfurt nun nach Augsburg - nahe beim Provinzsitz seiner Gemeinschaft in Friedberg. Auf der Grundlage historischer Geschehnisse und überlieferter Briefe von Richard Henkes schildern die Illustrationen der Ausstellung beinahe filmisch seinen Weg zum Märtyrer der Nächstenliebe. Die Graphic Documentary „Und wenn die Wahrheit mich vernichtet“ entwickelten Prof. Volker Schlecht und Prof. Alexandra Kardinar.

Die Vernissage bietet unterschiedliche Zugänge: Volker Schlecht berichtet im Gespräch mit Kurator Martin Ramb und dem Pallottinerpater Prof. Dr. Hubert Lenz, der in das Leben Richard Henkes einführt, was ihn als kirchlich nicht gebundenen Künstler zu der Arbeit motiviert hat. Das preisgekrönte Solotheaterstück „Abgerungen“ spricht die Zuschauer zusätzlich über die Lebenshaltung von Pater Richard Henkes an: „Was würde ich tun, wenn…“

„Pater Henkes begleitet mich schon sehr lange“, erzählt Frederic-Joachim Kaminski, Leiter des Akademischen Forums, der die Veranstaltung organisiert hat. Schon in seiner Zeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart habe er sich mit Pater Henkes im Zusammenhang mit einem Friedensglocken-Projekt als Projektpatron beschäftigt. Nun sei es ihm gelungen, den Seligen nach Augsburg zu holen.

Gottvertrauen und Aufrichtigkeit

„Mich beeindruckt vor allem seine Aufrichtigkeit und sein Gottvertrauen“, sagt Kaminski. Wer habe schon diesen tiefen Glauben, der auch in Todesgefahr trage? Und Pater Henkes habe dieser Glaube bis in den Tod getragen! Als Brückenbauer der Versöhnung zwischen Tschechen, Deutschen und Polen kann Pater Henkes heute auch als Vorbild für Völkerverständigung zwischen Ost und West gelten. Sein Auftreten gegen die Nationalsozialisten kann ermutigen, auch heute gegen rechtsextreme Tendenzen einzuschreiten. Sein berühmter Kommentar zu seinem Engagement lautete dabei: „Einer muss ja die Wahrheit sagen!“ Die Bilder der Graphic Documentary sind besonders geeignet, junge Menschen anzusprechen.

Die Veranstaltung des Akademischen Forums findet in Kooperation mit der Abteilung Schule und Religionsunterricht und der Ackermann-Gemeinde statt. Ebenso ein kleiner Abendimbiss bei verpflichtender Anmeldung unter Telefon (0821) 31 66 88 11; E-Mail: akademisches-forum@bistum-augsburg.de.

Programm

17.00 Uhr Erste Möglichkeit zur Führung durch die Ausstellung

Für angemeldete Teilnehmende steht ein kleiner Imbiss bereit

18.00 Uhr Begrüßung und Einführung

Grußworte von Mons. Martin David, Bischof von Ostrau-Troppau (Tschechien), Bischof Dr. Bertram Meier

18.10 Uhr Künstlergespräch: Prof. Volker Schlecht im Gespräch mit Kurator Martin W. Ramb und Prof. Pater Dr. Hubert Lenz SAC

18.40 Uhr Ein Mensch mit Leidenschaft und Haltung: der Selige P. Richard Henkes: Prof. Pater Dr. Hubert Lenz SAC

19.00 Uhr Theaterstück „Abgerungen“: Bruno Lehan, Schauspieler

19.50 Uhr Rückfragen und Diskussion

ca. 20.00 Uhr zweite Möglichkeit zur Führung

ca. 20.45 Uhr Ende der Veranstaltung