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STILLE. Der Weg zum inneren Glück

25.06.2025 16:41

Vortragsabend mit Dr. Dr. habil. Katharina Ceming im Akademischen Forum der Diözese Augsburg am Dienstag, 24. Juni 2025

Dr. Dr. Katharina Ceming

In der Stille begegnen wir Gott und uns selbst

Zu dem Vortragsabend „Stille. Der Weg zum inneren Glück“ im Haus Sankt Ulrich waren viele Interessenten gekommen. Und so war der Große Saal im Haus Sankt Ulrich gut gefüllt. Die Philosophin und Theologin Dr. Dr. Katharina Ceming, verstand es ansprechend und spannend, das Publikum für dieses Thema zu begeistern.

In ihrem Vortrag zeigte sie zu Beginn das „Stille-Paradoxon“ auf, dass die Sehnsucht nach kontemplativer Stilleerfahrung wächst, gleichzeitig aber auch festzustellen ist, dass viele Menschen keine 15 Minuten ohne Ablenkung aushalten. Immer mehr Menschen leiden unter Lärm – bis dahin, dass sie krank werden.

Sich in die Stille zu begeben kann auch Angst auslösen: Angst davor, sich selbst zu begegnen und sich mit seinen inneren Stimmen und Emotionen auseinander zu setzen. Ceming zeigte hierzu auf, wie wichtig solche Zeiten der Ruhe und Stille auch für unser Gehirn und das geistige Wohlbefinden sind, keine zielorientierten Prozesse zu verfolgen. In diese innere Absichtslosigkeit zu gelangen, können auch Fantasiereisen, Tagträume, Gebet oder Meditation förderlich sein. Wer nicht mehr auf sich selbst hört, der hört bald nur noch auf andere oder anderes. Menschen sind umso leichter manipulierbar, je weniger sie einen Zugang zu dem haben, was sie selber empfinden und wollen.

Stille hat so auch eine eigene Wirkung auf das körperliche und seelische Befinden: Stille heilt, Stille füllt unsere Ressourcen auf. Hilfreich können hier Erlebnisräume äußerer Stille sein wie die Natur oder sakrale Räume wie Kirchen und Klöster.

Stille wird immer auch als ein Raum der Gottes- bzw. Transzendenzerfahrung erlebt. Die großen spirituellen Traditionen wissen seit langer Zeit, dass Stille wesentlich für das geistliche Leben ist. Ceming nannte die Wüstenväter und –mütter, Meister Eckhart, Teresa von Avila und zahlreiche andere christliche Lehrmeister, die beim Weg in die Stille hilfreiche Gedanken und Erfahrungen vermitteln können.

Wenn Menschen in die Stille gefunden haben, dann verstummen die Stimmen, die etwas von einem wollen und ständig immer weiter jagen: die Stimme des Ehrgeizes, der Gier, der Beurteilung, der Emotionen. In der Stille erlebt der Mensch, dass er einfach da sein darf, ohne etwas leisten oder machen zu müssen. Diese Stille macht frei und wird zum Raum in dem Gottes Gegenwart erahnt werden kann.