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128 Kirchen und Kapellen tragen im Bistum Augsburg das Patrozinium des Heiligen Martin von Tours

Am 11. November ist St.-Martins-Tag

10.11.2009 13:30

Augsburg (IBA). Am 11. November feiert die Kirche das Fest des Heiligen Martin von Tours. Dem bekannten Heiligen des 4. Jahrhunderts, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte, sind im Bistum Augsburg 128 Kirchen und Kapellen geweiht. Die Verehrungsgeschichte des heiligen Martin ist auch im Bistum Augsburg lang: Zu den ältesten dem heiligen Martin geweihten Kirchen im Bistum Augsburg zählt St. Martin in Kellmünz (Dekanat Illertissen), die aus dem 8. Jahrhundert stammt, zu den jüngsten Gotteshäusern, die ihm geweiht sind, St. Martin in Aystetten (1964, Dekanat Dinkelscherben) sowie eine Kapelle in der Pfarrei St. Peter und Paul in Lindenberg (Dekanat Lindau, 1971).

Martin, geboren um 316/17 in Sabaria/Pannonien, gestorben am 8. November 397 zu Candes im Bistum Tours, wurde in Pavia erzogen und trat mit 15 Jahren in die römische Armee ein. Während seiner Dienstzeit begegnete er in Amiens jenem friereden Bettler, dem er die Hälfte seines Mantels überließ. Mit 18 Jahren ließ sich Martin taufen und lebte dann als Einsiedler, bevor er im Jahre 371 Bischof von Tours wurde. Als Bischof errichtete er in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier, das zu einem Zentrum für ein asketisches Mönchtum wurde, aus welchem zahlreiche Bischöfe hervorgingen. Martin unternahm auch ausgedehnte Missionsreisen, die die Grenzen seiner Diözese überschritten.

Nach dem Tode Martins wurde er von Chlodwig zum Schutzherrn der fränkischen Könige ausgerufen, der Mantel Martins von den fränkischen Herrschern als Schutzzeichen mitgeführt. Aufbewahrt wurde der Mantel (lat. cappa) als Teil des königlichen Reliquienschatzes. Dieser wurde daher ebenso „capella“ genannt wie die zum königlichen Hof gehörenden Eigenkirchen in den Pfalzen, in denen die capella aufbewahrt wurde. Die für diese zuständigen Priester wurden als „capellani“ bezeichnet, von dem der heutige Begriff „Kaplan“ sich herleitet.