Fragen & Antworten
Die am häufigsten gestellten Fragen werden von Fachleuten aus dem Ordinariat beantwortet und hier veröffentlicht.
Wird es in Zukunft noch einen Pfarrgemeinderat geben?
27.03.2012
11:22
Selbstverständlich wird es ein Laiengremium geben, das den Pfarrer bei seiner Leitungsaufgabe unterstützt. Denn nicht nur die Kleriker sind Träger der Heilssendung der Kirche, sondern alle Gläubigen, weil sie kraft der Taufe von Christus berufen sind, am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken. Der Pfarrer ist daher verpflichtet, die Gläubigen mit ihren Charismen in die aktive Mitarbeit in der Seelsorge einzubinden (vgl. can. 529 § 2 CIC).
Das Instrument dafür ist der Pastoralrat, der gemäß can. 536 CIC die Seelsorgstätigkeit in der Pfarrei fördern soll.
Das Instrument dafür ist der Pastoralrat, der gemäß can. 536 CIC die Seelsorgstätigkeit in der Pfarrei fördern soll.
27.03.2012
11:21
Keineswegs. Der Pastoralrat ist Organ der Kirchenverfassung und gehört notwendig in die Struktur einer Pfarrei. Die Mitverantwortung der Laien wird nicht geschmälert, sondern ausgebaut. Weil der Pastoralrat der Förderung der gesamten Seelsorgstätigkeit dient, ist er ein beratendes Organ, durch das die Gläubigen den Pfarrer in pastoralen Belangen wirksam unterstützen und entlasten können.
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27.03.2012
11:20
Wenn der Schwerpunkt des Laiengremiums in Zukunft mehr auf der Pastoral liegt und die Pfarrei einem „eigenen Hirten“ (can. 515 CIC) anvertraut ist, folgt als logische Konsequenz, dass der Vorsitzende des Pastoralrats der Pfarrer ist. Umgekehrt hat der Pfarrer die Pflicht, den Pastoralrat über beabsichtigte Vorhaben im Bereich des Heiligens, des Lehrens und des Leitens zu informieren und diese zur Beratung zu stellen.
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Wie steht es um die Zusammensetzung des Pastoralrats? Werden die Mitglieder gewählt?
27.03.2012
11:19
Sicher ist, dass der Pastoralrat sich neben den kraft ihres Amtes in der Pastoral Tätigen mehrheitlich aus gewählten Mitgliedern zusammensetzt. Auch in Zukunft wird es – wie für die Kirchenverwaltung – Pastoralratswahlen geben. Dass – wie schon jetzt – in beschränktem Umfang auch Berufungen durch den Pfarrer erfolgen können, um auch nicht repräsentierte Gruppen zu berücksichtigen, ist ebenso unbestritten. Im Hinblick auf den Pastoralrat gilt: Es wird Wahlen geben. Die Herausforderung liegt darin, mehr Gläubige vom Gebrauch ihres passiven und aktiven Wahlrechts zu überzeugen. Es ist ja kein Geheimnis, dass es vielerorts an Kandidaten fehlt. Auch an den Wahlurnen bilden sich normalerweise keine Schlangen.
27.03.2012
11:18
Eine Seelsorgeeinheit – ob Pfarreiengemeinschaft oder zusammengewachsene Pfarrei – ist in der Logik der Communio-Ekklesiologie eine „Gemeinschaft von Gemeinschaften“. Damit dies Wirklichkeit wird, braucht es den Erhalt und die Stärkung kleiner Einheiten. So wird es auch vor Ort ein Gremium geben, das Apostolatsrat heißen könnte. Ein Vertreter aus dem jeweiligen Apostolatsrat soll Sitz und Stimme im Pastoralrat haben.
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Die Rede ist immer wieder davon, dass es jetzt einen Kahlschlag gibt. Die Zahl der Pfarreien soll von über 1000 auf 200 reduziert werden. Stimmt das?
27.03.2012
11:17
Nein, die 1001 Pfarreien, von denen immer wieder die Rede ist, waren nie tatsächlich alle mit einem Pfarrer besetzt. Derzeit sind 387 Pfarreien, bzw. Pfarreiengemeinschaften, mit einem Pfarrer besetzt. Die (alte) Planung von Dezember 2007 sah für 2012 schon viel weniger Pfarreien voraus: 31 Einzelpfarreien und 261 Pfarreiengemeinschaften waren nach dieser Planung vorgesehen. Die jetzige Planung sieht für 2025 eine Zahl von 207 Pfarreien, bzw. Pfarreiengemeinschaften, vor.
Stimmt es, dass es bald nur noch 200 Priester im Bistum Augsburg geben wird?
27.03.2012
11:16
Nein, im Bischöflichen Ordinariat rechnet man damit, dass im Jahr 2025 etwa 200 Priester für die Leitung einer Seelsorgeeinheit zur Verfügung stehen werden. Neben diesen "echten" Pfarrern wird es auch weiterhin Kapläne, Priester zur Mithilfe, Ordensgeistliche und Priester im Ruhestand geben, die den Pfarrer vor Ort unterstützen und auch die Eucharistie feiern werden.
27.03.2012
11:15
Das ist falsch. Auch in den jetzigen Pfarreiengemeinschaften soll es schon den "Gottesdienst für die Pfarreiengemeinschaft" geben. Das ist die Heilige Messe, die der Pfarrer halten muss. Diese Messe soll immer am gleichen Ort zur gleichen Zeit an jedem Sonn- und Feiertag gehalten werden. Auch die Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft sollen ander Gestaltung dieser gemeinsamen Messe mitwirken.
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Der Bischof macht das nur, weil es weniger Priester gibt.
27.03.2012
11:14
Ja, es gibt heute weniger Priester als vor 50 Jahren. Die Zahl der Priester können Sie der Statistik entnehmen. Aber es gibt auch weniger Gläubige. Gab es 1990 noch 1.540.000 Katholiken im Bistum Augsburg, waren es 2010 nur noch 1.361.000. Geradezu "dramatisch" ist der Gottesdienstbesuch zurückgegangen. 1990 gingen 26% der Katholiken am Sonntag in die Heilige Messe. 2010 besuchten nur 15,9% der Katholiken am Sonntag einen Gottesdienst.