DIE VERMESSUNG DES MENSCHEN. Zur Ethik von Big Data und Gesundheit

18.05.2020 10:00

Veranstaltung am Donnerstag, 31. Januar 2019 im Haus Sankt Ulrich, Augsburg

Foto: Illustration Marcus Stark_pixelio.de

 

 

"Big Data eröffnet auch in der Medizin und im Gesundheitswesen neue Möglichkeiten. Durch die Analyse genetischer Daten, die sich von jedem Menschen in kürzester Zeit ermitteln lassen, lässt sich ein individuelles Risikoprofil erstellen, das Auskunft über künftige Krankheitsrisiken gibt. Ebenso kann das voraussichtliche Ansprechverhalten eines Patienten auf bestimmte Medikamente im Voraus getestet werden, was zur Optimierung des Therapieerfolges oder zumindest zur Minimierung von Nebenwirkungen beitragen kann.

Neben den Chancen sind allerdings auch Gefahren des Einzugs von Big Data in den Behandlungsalltag vorhersehbar. Lange bevor eine Erkrankung ausbricht, kann ein Mensch in eine Art vorläufigen Patientenstatus gedrängt werden, da er sich aufgrund des Wissens um die künftige Gefährdung nicht mehr als wirklich gesund fühlt, aber auch noch nicht krank ist. Zudem können Risikoanalysen immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen ergeben, die ebenso zu falschen Verunsicherungen wie zu unnötigen prophylaktischen Behandlungsmaßnahmen führen können, von denen die Betreffenden keine medizinischen Nutzen haben.

Der Vortrag führt den revolutionären Wandel medizinischer Behandlungsmöglichkeiten im Gefolge von Big Data vor Augen und erörtert seine ethische Problematik.

 Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff

REFERENT

Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Universität Freiburg

 

Ihr Zugang zum Vortrag nach erfolgter Registrierung unter www.medienzetralen.de:

https://www.medienzentralen.de/medium45331/Die-Vermessung-des-Menschen-Dr-Eberhard-Schockenhoff-31-01-19