250 JAHRE CASPAR DAVID FRIEDRICH
Leben und Werk des beliebtesten Malers der Deutschen
Abendvortrag mit Prof. Dr. Wolfgang Augustyn in Kooperation mit der Goerres-Gesellschaft vom 10.10.2024
Gemälde als Allegorien des Lebens
Großen Zuspruch mit fast 70 Teilnehmenden fand der Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Augustyn im Akademischen Forum zu Leben und Werk von Caspar David Friedrich.
Einführend lud Frederic-Joachim Kaminski über eine kurze Betrachtung eines der wohl bemerkenswertesten Gemälde CDFs, dem "Mönch am Meer" die Teilnehmenden dazu ein, CDF im Spiegel einer Kunstbetrachtung von Romano Guardini zu sehen: "Der Zustand, in dem sich der Künstler beim Schaffen befindet, ähnelt dem des Kindes und auch dem des Sehers." Guardini zufolge „eröffnet das Kunstwerk einen Raum, in den der Mensch eintreten kann, in dem er atmen, sich bewegen und mit den Dingen und Menschen umgehen kann, der offen gemacht wird.“
Augustyn stellte eine Werkschau zusammen, die in Verbindung seiner Einordnung in CDF Leben und die Zeitumstände einen Entwicklungen und Phasen erkennbar machten. Im Jubiläumsjahr 2024 wird CDFs Werk oft zugeschrieben die Träume der Menschen von heute bereits vor über 200 Jahren auf die Leinwand gebracht zu haben. Augustyn würdigte CDF zwar als wohl bedeutendsten deutschen Maler des 19. Jahrhunderts, stimmte aber in diesen Chor nicht mit ein. Er orientierte auch zur Rezeption CDFs, die er zu Beginn des 20. Jh. in der Malerei insbesondere für bedeutsam im Hinblick auf CDFs Äußerungen über das künstlerische Schaffen sieht.
Folgend außerdem der Ankündigungstext zum Vortrag von Prof. Augustyn, der einen inhaltlichen Überblick der Themen am Abend ermöglicht:
In diesem Jahr erinnern die großen Museen in Hamburg, Dresden und Berlin durch Ausstellungen an Caspar David Friedrich (1774–1840), der vor 250 Jahren in Greifswald geboren wurde. Nach dem Studium an der Kunstakademie in Kopenhagen von 1794 bis 1798 zog er nach Dresden, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Er gilt als der bedeutendste Künstler der deutschen Romantik. Bekannt sind neben seinen Zeichnungen vor allem seine ebenso dramatischen wie melancholisch wirkenden Landschaftsgemälde, mit denen er die bisher dahin üblichen Konventionen der Landschaftsmalerei durchbrach. Wenige Künstler sind so gegensätzlich gedeutet worden wie dieser wohl bedeutendste deutsche Maler des 19. Jahrhunderts. Die einen sahen in ihm den künstlerischen Revolutionär, für andere gründeten seine Bilderfindungen auf einer tiefen religiösen Empfindung, die ihn seit seiner Kindheit und der Erziehung durch seine Eltern im Sinne des protestantischen Pietismus prägte. Sie kennzeichnete auch seine künstlerische Arbeit und führte zu Bildkompositionen, die man als Allegorien des Lebens erklärte und in denen Friedrich sich bemühte, seine Vorstellungen über Jenseits und Erlösung darzustellen.