DER BESTSELLER "WIESENSTEIN". Ein Lesenachmittag mit Autorengespräch für ein Europa in Frieden
Lesung und Autorengespräch im Haus Sankt Ulrich vom Samstag, 11. März 2023
Ein Lesenachmittag für ein Europa in Frieden
Mit dem Krieg in der Ukraine vor Augen präsentierte Hans Pleschinski seinen Bestseller "Wiesenstein" für das Akademische Forum in einem neuen Format und Zuschnitt. Der Nachmittag wurde mit einem Vortrag zur kirchlichen Friedensarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Ost und West und Überlegungen zum "Frieden" in seiner religiösen Dimension durch den Theologen Frederic-Joachim Kaminski begonnen.
Mit seinem vielfach gefeierten Roman „Wiesenstein“ hat der Bestsellerautor Hans Pleschinski aus München einen Lichtpunkt gesetzt. In Mariupol hat er noch vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine aus dem Roman gelesen, der Krieg als Alternative für jedes menschliche Wesen undenkbar machen sollte. Diese friedensbewegte Perspektive und ERfahrungen von der Reise standen im Zentrum der Autorenlesung.
In „Wiesenstein“ schildert Pleschinski, Chevalier de l’Ordre des arts et des lettres und Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste, die letzten Monate im Leben des Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann, die mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammenfallen. Obwohl die vergangene Zeit hautnah fühlbar wird, ergeben sich aktuelle Bezüge in vielfacher Hinsicht. Besonders die Orientierung hin auf Versöhnung und Frieden, der die weise Einsicht zugrunde liegt, dass es ohne Erinnerung nicht vorangehen kann, macht das Werk überzeitlich bedeutend.
„Wiesenstein“ ist der Name der Villa Gerhart Hauptmanns im Riesengebirge. Dort im alten Schlesien hatte man sich im Herzen Europas gefühlt. Die aus dieser Perspektive absurde Zerteilung in Ost- und Westeuropa konnte nur durch die äußerste Gewalt von Weltkrieg und nachfolgender Vertreibung entstehen. Die Folgen der existentiellen Gewalterfahrung wirken bis heute. Pleschinski beschreibt die stattgefundenen Gräuel und Verletzungen klar und lässt Betroffene aller Seiten zu Wort kommen. Doch statt einen düsteren Abgesang über eine verlorene Welt anzustimmen, verbreitet er Zuversicht. Pleschinski erzählt von Menschen, die ungeahnte Ressourcen besitzen und daraus die Kraft schöpfen, menschlich zu bleiben. Damit flößt er Vertrauen in die Fähigkeit des Menschen ein, aus den Fehlern des Krieges zu lernen, am verbindend Positiven anzuknüpfen, um wieder menschlich zu werden um weiter menschlich zu bleiben.
So kreisten Lesung und Gespräch mit dem Autor um das Thema, wie sogar aus Hoffnungslosigkeit noch Hoffnung und Versöhnung entstehen können.