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DER TEMPEL VON JERUSALEM ... seine Geschichte, seinen Kult und die Theologie heute verstehen

26.03.2018 16:25

Studiennachmittag im Akademischen Forum am Freitag, 23. März 2018

Prof. Dr. Franz Sedlmeier

 

 

Es bleibt ein Sehnsuchtsort ...

Der Tempel von Jerusalem spielt im Leben Jesu von Nazaret eine bedeutsame Rolle. Auf unterschiedliche Weise sprechen die Evangelisten davon. Auch in den letzten Tagen Jesu vor seinem Leiden ist viel vom Tempel die Rede.

Franz Sedlmeier, Professor für Alttestamentliche Wissenschaft an der Universität Augsburg, erschloss den zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung in seinem ersten Vortrag „Ich habe dem Namen des HERRN, des Gottes Israels, das Haus gebaut“ (1Kön 8,20) die Entstehung und Ausstattung, Geschichte und Kult, Blüte und Niedergang des Jerusalemer Tempels: Jebusitisches Freilichtheiligtum, die Überführung der Bundeslade durch David, der Salomonische Tempel (ca. 950 v. Chr.), die Zerstörung durch Babylonier (587/586 v. Chr.), die Neuerrichtung (520-515 v. Chr.), der Ausbau des Tempels unter Herodes d. Große (20 v. Chr. bis 26 n. Chr.), Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. Dazu wurden wichtige Texte des Alten Testamentes aufgegriffen und erläutert.

Der zweite Vortrag „Ein Haus des Gebets für alle Völker“ (Jes 56,7) oder „eine Räuberhöhle“? (Jer 7,11) nahm die theologische Bedeutung des Tempels als Ort der Gegenwart Gottes und als Ort der Begegnung zwischen Mensch und Gott in den Blick. Dies wurde von verschiedenen Gesichtspunkten aus erläutert: Wohnt Gott wirklich auf Erden? Leben nach der Thora, Kultur- und Tempelkritik durch Propheten, Forderung nach Umkehr, das Auftreten Jesu im Tempel, der Tod Jesu und das Zerreißen des Tempelvorhanges, der einzelne Gläubige als Tempel Gottes in dem der Geist Gottes wohnt.