KAISER KARL V. ZUM 525. GEBURTSTAG. Die kaiserlichen Funeralwaffen und das Augsburger Kaisergedenken
Vortrag mit Dr. Christina von Berlin im Akademischen Forum am 28. Februar 2025
Das Diözesanmuseum stellt mit den Originalen der Funeralwaffen Kaiser Karls V. Objekte aus, die nicht nur ein Paradebeispiel für das hochstehende Kunsthandwerk Augsburgs darstellen, sondern von der großen Bedeutung der Stadt im Habsburger Weltreich erzählen. Dementsprechend war der Vortrag im Diözesanmuseum St. Afra am Freitag nachmittag, nahe am historischen Datum der Geburt und Kaiserkrönung, die jeweils auf einen 24. Februar fallen, sehr gut besucht.
Zu Beginn stellte Frederic-Joachim Kaminski einige Überlegungen zur Religiosität Karls V. an, der sein Herrscherhandeln dem Zeugnis seiner Briefe nach in der Verantwortung vor Gott sah. Karl V. wurde im Bewußtsein von Gott erwählter Herrscher zu sein erzogen, verbunden mit der Pflicht christlichem Glauben und Einheit der Kirche zu dienen. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 verdrängte so in gewißem Sinn die Idee des universalen christlichen Kaisertums, so dass Augsburg auch zur Schicksalsstadt Karls V. wurde.
Seinen Lebensweg stellte Christina von Berlin in einem Parforceritt durch das lange und bewegte Leben Karls V. mit hilfreichen Erläuterungen zu der hochkomplexen gesellschaftspolitischen Situation vor. Vielfache Bezüge zu Augsburg, so ein Bericht über die Entstehung des Gemäldes des "Siegers von Mühlberg" von Tizian in Augsburg, machten den Vortrag zu einem Erlebnis, das man sich nicht so einfach "anlesen" kann. Der Vortrag führte zur Totengedenkfeier für Karl V. in Augsburg und die Rolle der Funeralwaffen hin.
Nach dem Tod Kaiser Karls V. am 21. September 1558 fandenan verschiedenen Orten des Reiches Totengedenkfeiern statt, so in Brüssel, Lissabon, Rom, Mexiko und am 24. Februar 1559 auch in Augsburg.
Der Bruder Karls und sein Nachfolger in den österreichischen Erblanden wie auch auf dem Kaiserthron, Ferdinand I., richtete die Feierlichkeiten aus und traf am 31. Dezember 1558 in Augsburg ein, um alles entsprechend vorbereiten zu können. Der 24. Februar als Tag der Feierlichkeiten, war zugleich der Geburtstag des Verstorbenen als auch der Tag seiner Kaiserkrönung – ein mehrfacher Grund also, die Wichtigen des Reiches zusammenzurufen.
Ein feierliches Gedenken wurde abgehalten und zugleicheine habsburgische Machtdemonstration in Szene gesetzt.
Teile der für die Exequien angefertigten Machtsymbole haben sich bis heute als feierliche Zeugnisse kaiserlicher Prachtentfaltung über den Tod hinaus im Diözesanmuseum St. Afra erhalten.