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MICHAEL TRIEGEL. MALER. Ein Werkstattgespräch zwischen dem Maler Michael Triegel und Prof. Dr. Wolfgang Augustyn

22.06.2022 17:10

Abendveranstaltung des Akademischen Forums am Dienstag, 21. Juni 2022

Michael Triegel und Prof. Dr. Wolfgang Augustyn (v. li.)

Malen ist eine Form der Selbsterkenntnis

Der Leipziger Maler Michael Triegel gilt als einer der bedeutensten deutschen Künstler unserer Zeit und ist vor allem im kirchlich-religiösen Bereich viel tätig. Das Akademische Forum veranstaltete am Dienstag, 21. Juni 2022 mit ihm und den Münchner Kunsthistoriker Wolfang Augustyn ein Werkstattgespräch im Haus Sankt Ulrich über sein Schaffen.

Triegel selbst stellte zunächst anhand von ausgewählten Bildern sein Werk vor und führte die Teilnehmer zu einer oft neuen, durchaus überraschenden Sichtweise. Er berichtete davon, wie er sich je nach Auftrag mit dem Thema auseinander setzt, welche Ideen er umsetzt, welche Symbolik er aufgreift, welche Verfremdungen und ironischen Anspielungen, die erst auf dem zweiten Blick wahrgenommen werden. Einige Bilder ließ Triegel einfach auf das Publikum wirken, andere beschrieb er im Detail und eröffnete damit einen eigenen Zugang.

Im Gespräch ergänzten sich der Maler und der Kunsthistoriker Professor Dr. Wolfgang Augustyn, vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, hervorragend. Augustyn wies im Gespräch auf Maltechniken und Darstellungen der Renaissance hin, die sich auch bei Triegel wiederfinden lassen.

Triegel malt im Stil der italienischen Renaissance. Doch die altmeisterliche Schönheit seiner Bilder kommt mit irritierenden Botschaften daher. Genauer gesagt: irritierend für Betrachter, die sich in ihrem Glauben allzu sicher fühlen; irritierend aber auch für solche, die meinen, gänzlich ohne Glauben auszukommen. Mit Kritik und Begeisterung, Ablehnung und Anerkennung werden seine Werke aufgenommen. Beides gilt es für den Maler auszuhalten.

Insgesamt ein kurzweiliger, interessanter und informativer Abend, der Einblick in das Denken eines Malers gab und zeigte, wie dieses dann tatsächlich in einem Bild umgesetzt wird. Ein kräftiger und langer Applaus – der musste an diesem Abend sein!