10:22:16
10:22:16
10:22:16

Ehrungen

Albertus-Magnus-Preis für Dr. Carolin Neuber und Dr. Andreas Jall

Von links: Bischof Dr. Konrad Zdarsa, Dr. Carolin Neuber, Dr. Andreas Jall, Prof. Dr. Gerda Riedl (Fotos: Maria Steber / pba).
Von links: Bischof Dr. Konrad Zdarsa, Dr. Carolin Neuber, Dr. Andreas Jall, Prof. Dr. Gerda Riedl (Fotos: Maria Steber / pba).
16.11.2018

Augsburg (pba). Dr. Carolin Neuber und Pfarrer Dr. Andreas Jall sind heute von Bischof Dr. Konrad Zdarsa für ihre Dissertationsschriften mit dem Albertus-Magnus-Preis der Diözese Augsburg ausgezeichnet worden. „Als sich das Bistum Augsburg dazu entschlossen hat, die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Theologie mit einem eigenen Preis zu unterstützen, hätte es dafür keinen besseren Patron finden können“, stellte Bischof Dr. Konrad Zdarsa in seiner Begrüßung im Blick auf den Universalgelehrten, Albertus-Magnus, fest.

Studien in verschiedenen Fächern an bedeutenden europäischen Bildungseinrichtungen hätten diesem einen weiten Horizont ermöglicht. Der Albertus-Magnus-Preis des Bistums Augsburg werde nur für herausragende wissenschaftliche Arbeiten verliehen. Besonders erfreulich sei daher, dass heute sogar zwei herausragende Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet würden, betonte Bischof Konrad zu Beginn der Feierstunde.  

Dr. Carolin Neuber, 1977 geboren, hat sich während ihrer Dissertation mit einem Thema aus der Alttestamentlichen Wissenschaft befasst: „Wenn ich gesagt hätte: Ich will reden wie sie (Ps 73,15). Die Gefährdung des Frommen durch das Reden der Frevler in Ps 9/10 und Ps 73“. Betreut wurde sie bei ihrer Doktorarbeit von Prof. Dr. Franz Sedlmeier. Dr. Andreas Jall, geboren 1976, hat seine Dissertation am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg angefertigt. Sein Thema lautete: „Erfahrung von Offenbarung. Grundlagen, Quellen und Anwendungen der Erkenntnislehre Joseph Ratzingers“. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Peter Hofmann.

Beide Dissertationen seien von den jeweiligen Gutachtern der Katholisch-Theologischen Fakultät mit dem höchsten Prädikat  „summa cum laude“ ausgezeichnet worden, betonte Frau Prof. Dr. Gerda Riedl, Leiterin der Hauptabteilung VI Grundsatzfragen: Glaube – Lehre – Gottesdienst und Liturgie in der Laudatio. Es möge Zufall sein, dass beide Forschungsarbeiten mit ganz unterschiedlich gelagerten Fragestellungen um das Thema der Gotteserkenntnis kreisen, könne aber auch als „Verweis auf die existentielle Relevanz dieses Themas für Theologen wie Nicht-Theologen“ gelesen werden, stellte Professor Riedl im Blick auf die beiden Arbeiten fest.

Die Begriffe Erfahrung und Offenbarung seien für sich genommen bereits eine Herausforderung und doch von entscheidender Bedeutung, würdigte Professor Riedl die Komplexität der Forschungsarbeit von Pfarrer Dr. Andreas Jall. Er habe dabei herausgefunden, dass für das Verständnis der Erkenntnislehre Ratzingers die Gotteserkenntnis aus einer von Gott ausgehenden Selbstmitteilung resultiere. Diese sei wiederum als dialogisches Geschehen in der Glaubens- und Kommunikationsgemeinschaft Kirche zu verstehen, so Professor Gerda Riedl zu den Ergebnissen der Promotionsschrift.

Mit dem Motiv der „Feind-Rede“ in den Psalmen werde ein Thema aufgegriffen, das durchaus unter der Überschrift „Religion und Gewalt“ stehen könnte, stellte Professor Riedl im Blick auf die Arbeit von Dr. Carolin Neuber fest. Bedeutsame Erkenntnis der Arbeit Neubers sei jedoch, dass die Grenze zwischen Frevlern und Frommen nicht zuvorderst zwischen Israel und seiner Umwelt oder innerhalb des Gottesvolkes verlaufe, sondern vielmehr im Beter selbst liege. Das Herz markiere nach Carolin Neuber den Ort der Gotteserkenntnis, fasste Frau Professor Riedl das zentrale Forschungsergebnis der Arbeit zusammen.

Dr. Carolin Neuber stammt aus Donauwörth. Nach ihrem Studium der Katholischen Theologie in Augsburg und Innsbruck war sie zunächst Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung, danach wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Akademie Bayern sowie im Anschluss daran am Seminar für Katholische Theologie an der Universität Siegen im Bereich Altes Testament. Seit Oktober 2017 ist Dr. Carolin Neuber wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Alttestamentliche Literatur und Exegese an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg i.Br. Ihre Promotionsschrift wurde im Sommer dieses Jahres bereits mit dem Preis der „Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg“ ausgezeichnet. Die Forschungsarbeit von Frau Dr. Carolin Neuber wird im Frühjahr 2019 im Herder-Verlag erscheinen.     

Pfarrer Dr. Andreas Jall stammt aus Zaisertshofen im Unterallgäu. Nach seinem Studium der Theologie an der Universität Augsburg empfing er im Jahr 2005 die Priesterweihe. Nach einigen Jahren als Jugendpfarrer in Augsburg war er als Pfarrer der Pfarrei St. Georg in Westendorf tätig. Zeitgleich begann Andreas Jall mit seinem Promotionsprojekt an der Katholisch-Theologischen-Fakultät in Augsburg im Fach Fundamentaltheologie. Seit Abschluss seiner Promotion im Jahr 2017 ist er als Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Starnberg tätig. Die Dissertation von Pfarrer Dr. Andreas Jall wird in wenigen Wochen im Pustet Verlag erscheinen.

Der Albertus-Magnus-Preis der Diözese Augsburg wurde 1985 gestiftet. Er wird für herausragende theologische Dissertationen vergeben, die an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg verfasst wurden. Mittlerweile wurde er auch auf Habilitationsschriften erweitert. Mit dem namhaften Universalgelehrten des Mittelalters, dem in Lauingen geborenen Albert dem Großen, hat der damalige Bischof Dr. Josef Stimpfle bewusst einen Patron für den Preis gewählt, der noch heute als Maßstab für wissenschaftliches Arbeiten in kirchlichem Kontext gilt: Fundierte Fachkenntnis, differenzierte und präzise Analyse sowie die universale Weite seines Horizonts bei gleichzeitig kirchlicher Beheimatung kennzeichneten seine Arbeit.

Die Laudationes zu den Preisträgern können Sie hier nachlesen:

 

Einen Überblick über die Preisträger und preisgekrönten Arbeiten der vergangenen Jahre finden Sie auf den Seiten der Hauptabteilung VI - Abteilung Hochschule

Die Preisträger mit ihren Doktorvätern (v.links): Prof. Dr. Franz Sedlmeier, Dr. Carolin Neuber, Dr. Andreas Jall, Prof. Dr. Peter Hofmann
Die Preisträger mit ihren Doktorvätern (v.links): Prof. Dr. Franz Sedlmeier, Dr. Carolin Neuber, Dr. Andreas Jall, Prof. Dr. Peter Hofmann
Prof. Dr. Gerda Riedl sprach die Laudationes zu den Preisträgern.
Prof. Dr. Gerda Riedl sprach die Laudationes zu den Preisträgern.