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Weltkirche

Bischöflicher Hilfsfonds "Eine Welt" unterstützt ein Bildungszentrum in der Ukraine mit einer halben Million

12.06.2018

Augsburg (pba). Mit einer Summe von 500.000 Euro unterstützt der Bischöfliche Hilfsfonds „Eine Welt“ des Bistums Augsburg den Bau eines Bildungs- und Sozialzentrums im griechisch-katholischen Wallfahrtszentrum Zarvanytsia im Westen der Ukraine. Zur Vorstellung des Projekts war Erzbischof Vasyl Semeniuk aus der Erzdiözese Ternopil-Zboriv soeben im Bistum Augsburg zu Gast. Bei einem Gespräch mit der Abteilung Weltkirche bedankte er sich gestern Nachmittag für die Unterstützung und erläuterte gemeinsam mit Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier, Bischöflicher Beauftragter für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Augsburg und Vorsitzender des Stiftungsrates „Eine Welt“ die Pläne für das Bildungs- und Sozialzentrum.

Das Haus soll als Exerzitienhaus für Priester, kirchliche Mitarbeiter/-innen und Laien dienen. Für die zahlreichen Pilger des bedeutenden Marienwallfahrtsortes wird es vor allem in den Sommermonaten Übernachtungs- und Verpflegungsangebote zur Verfügung stellen. Im Winter sollen darüber hinaus Fort- und Weiterbildungsangebote für Landwirte angeboten werden. „Durch die Multifunktionalität des Hauses ist von einer sinnvollen Auslastung während des ganzen Jahres auszugehen“, wies Prälat Dr. Meier auf den besonderen Charakter des ländlichen Bildungszentrums hin. Die Diözese sehe darin eine Art kirchlich-soziales Zentrum, welches in manchem auch an das Konzept einer katholischen Landvolkshochschule erinnere, wie es sie hier im Bistum etwa in Form der Landvolkshochschule Wies gebe, so der Prälat weiter. 

Als Träger der gesellschaftlichen Entwicklung vor Ort sehe sich die Kirche in der Erzdiözese Ternopil-Zboriv vor allem für den ländlichen Raum verantwortlich, erläuterte Erzbischof Vasyl Semeniuk. „Unsere Erzdiözese liegt in einem Agrarsektor und wir als Kirche wollen die Bauern dabei unterstützen, das Land ökologisch, nachhaltig und selbstständig zu bewirtschaften.“ Seit den 1990er Jahren beschäftige die Erzdiözese in einer Art Genossenschaft rund 300 Kleinbauern. Die Erträge aus 1.200 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verwende das Erzbistum zum Unterhalt und Ausbau der kommunalen Infrastruktur und des Wallfahrtszentrums. Dieses gelte zusammen mit dem landwirtschaftlichen Betrieb des Erzbistums als wichtigster Arbeitgeber der Region. „Mit dem Bau des Bildungszentrums können in Zukunft nicht nur Bauern aus der Region, sondern Landwirte aus der ganzen Ukraine weitergebildet und unterstützt werden“, verdeutlichte Erzbischof Semeniuk die Notwendigkeit des Projekts und bedankte sich für die Unterstützung aus dem Bistum Augsburg. Diese mache es möglich, „Arbeitsplätze zu schaffen, die Landflucht zu verhindern und jungen Familien eine längerfristige Perspektive zu geben.“

Der Bau des Bildungs- und Sozialzentrums im ukrainischen Zarvanytsia soll noch in diesem Jahr beginnen. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt 1,8 Millionen Euro. Neben der Projektförderung der Diözese Augsburg wird der Bau vom Hilfswerk Renovabis unterstützt. Die Erzdiözese Ternopil-Zboriv ergänzt die Finanzierung mit einer Eigenleistung von 500.000 Euro.